15.04.2020 15:00 |

Rohr abmontiert

Mitten in der Krise war das Wasser plötzlich weg

Mitten in der Coronakrise sah sich eine Alpbacher Familie damit konfrontiert, dass das Wasserfassungsrohr ihres Bassins plötzlich herausgerissen und vor die Garage geworfen wurde. Das Trinkwasser im Haus versiegte. Was war passiert? Ohne Vorwarnung hatte der Nachbar eine 21 Jahre alte Erlaubnis beendet und den Alltag einer Familie noch schwieriger gemacht.

Hannes Schneider und seine Familie (zwei Töchter noch im Haus) können es noch immer nicht fassen. 1999 hatte ihnen der oberhalb gelegene Grundeigentümer erlaubt, eine Wasserfassung errichten zu dürfen. „Weil sein Feld damit entwässert wird, war ihm das damals recht“, erinnert sich der Gemeindemitarbeiter.

Ohne Vorwarnung
Während der Arbeit am Recyclinghof erhielt er kürzlich den Anruf seiner fassungslosen Frau: „Das Wasser ist weg, das Rohr des Bassins liegt vor unserer Garage.“ Statt ein Gespräch zu suchen oder zumindest eine Frist einzuräumen, hatte der Nachbar plötzlich diesen gravierenden Schritt gesetzt.

Wenige Tage später folgte ein Brief des Nachbar-Anwalts. Zentrale Aussage: „Ich habe sie daher aufzufordern, mit sofortiger Wirkung die bittleihweise eingeräumte und nunmehr widerrufenen Nutzungen [...] ab sofort zu unterlassen.“

Familie Schneider musste improvisieren – eine Notleitung vom benachbarten elterlichen Hof. „Damit können wir kaum die Waschmaschine betreiben – und wenn im Stall die Kühe trinken, haben wir nur noch ein kleines Rinnsal.“

Rechtsbeistand konsultiert
Weil er sich von Polizei und Behörden mitten in der Coronakrise wenig Hilfe erwartet, konsultierte auch Schneider notgedrungen einen Rechtsbeistand. Anwalt Othmar Knödl zur „Krone“: „Diese Vorgangsweise, ohne jede Vorwarnung, ist schon außergewöhnlich. Wir haben unsererseits eine Besitzstörungsklage wegen des herausgerissenen Rohres und eine einstweilige Vorkehrung eingebracht, dass alles wieder repariert werden muss.“

Warum diese Aktion?
Die „Krone“ bat den Anwalt des Nachbarn um Stellungnahme. Per Mail heißt es, dass Herr Schneider gegenüber der Behörde behauptet hätte, er habe hier ein Entnahmerecht, dies würde die Feldnutzung des Nachbarn einschränken. Daher also diese Racheaktion? Fix scheint: Man wird sich nach der Krise wohl vor Gericht sehen.

Andreas Moser
Andreas Moser
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