16.04.2020 11:30 |

Einnahmeausfälle

Corona-Beschränkungen plagen die Schausteller

In Salzburg gibt es laut Wirtschaftskammer 48 aktive Schaustellerbetriebe. Einen davon betreibt die Mattseerin Manuela Racz. In Zeiten von Corona fühlt sie sich alleingelassen: „Wir sind eine kleine Branche und werden übersehen. Dabei sind wir wichtig für die Volkskultur und tragen unsere Traditionen weiter.“

Racz steht mit Süßwarenständen auf Festen, verleiht Zelte und betreibt zwei Karussells. Eines davon ist das Kettenkarussell, das beim Rupertikirtag auf dem Residenzplatz nahe des Glockenspiels seine Runden dreht.

Jetzt dreht sich alles um Corona. „Wir haben seit vier Wochen kein Einkommen, weil alle Verträge abgesagt wurden“, erzählt Racz. Die Liste ist lang. Darunter: die Salzburger Dult, die Oberalmer Dult und das Dreitagesfest in Mattighofen. Für ihre großen Geräte fallen hohe Lagerkosten an. „Wir haben zwischen 3000 und 4000 Euro Fixkosten im Monat und es kommt nichts herein.“ Von der Wirtschaftskammer fühlt sie sich im Stich gelassen. „Wir bekommen eventuell 2000 Euro für drei Monate. Das deckt nicht die Fixkosten.“

Ans Aufgeben denken Manuela Racz, ihr Mann und ihre drei Kinder nicht. „Wir sind ein Familienbetrieb. Ich habe ihn von meinem Vater 1993 übernommen. Ich bin Schaustellerin mit Leib und Seele.“ Der Beruf sei durch nichts zu ersetzen. „Es ist schön, den Kunden eine Freude zu machen, die Augen eines Kindes zu sehen, das Karussell fährt“, sagt sie.

Und: „Wir sind zwar eine kleine Branche, aber wir sind wichtig für die Volkskultur und kirchliche Veranstaltungen in Salzburg. Ich habe das Gefühl, wir werden in der öffentlichen Diskussion derzeit übersehen.“

Ähnlich geht es Manfred Stampfer. Er ist Obmann der Salzburger Schausteller und hat Attraktionen wie einen Freifallturm im Angebot. „Meine letzte Veranstaltung war der Martinimarkt in St. Michael im Lungau im November. Da wir Schausteller von den Saisons abhängig sind, kann es sein, dass wir bis April 2021 auf dem Trockenen sitzen.“ Eine extra Förderung vom Land sei deshalb dringend nötig.

Das findet auch Hermann Wielandner, Geschäftsführer des Salzburger Wirtschaftsverbandes. „Viele Traditionsbetriebe werden es alleine wohl nicht schaffen. Sie brauchen eine extra Förderung des Landes. Anders geht es nicht.“ Sonst könnten viele Karusselle auch noch nach Corona stillstehen.Christoph Laible

Christoph Laible
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