14.04.2020 13:48 |

Ansturm nach Öffnung

„Irgendwo in Österreich. Ein Baumarkt sperrt auf“

Inmitten der Corona-Krise haben zahlreiche Österreicher offenbar genau darauf gewartet: auf jenen Tag, an dem die Baumärkte nach einem Monat endlich wieder öffnen. Am Dienstag war es so weit und - wie erwartet - standen Hunderte Bastler, Heimwerker und Hobbygärtner freiwillig Schlange. krone.at hat vor Ort für Sie die ersten Eindrücke eingefangen (Video oben).

Um Punkt 7.40 Uhr schoben sich die Glasschiebetüren der Bau- und Gartenmärkte endlich wieder zur Seite - die ersten Kunden standen zu diesem Zeitpunkt schon längst vor den noch verschlossenen Türen und warteten sehnlichst auf die Öffnung.

Da die Märkte aufgrund der Corona-Verordnung sicherstellen müssen, dass sich pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde aufhält, musste der Einlass reguliert werden: Jeder Kunde darf nur mit einem Einkaufswagen ins Geschäft.

Wer keinen Wagen hat, muss vorerst draußen warten. Und das nahmen zahlreiche Kunden offenbar gerne in Kauf, wie zahlreiche Videoaufnahmen und Bilder im Web zeigen. Ein Twitter-User teilte ein Video, das eine lange Schlange vor einem Baumarkt zeigt. „Irgendwo in Österreich. Ein Baumarkt sperrt auf“, schrieb er zu den Aufnahmen, die bei dem einen oder anderen für ungläubiges Staunen sorgen. Das Video wurde bereits mehr als 16.000-mal angeklickt.

Appell an Vernunft
Die Gewerkschaft appellierte in einer Aussendung am Dienstag erneut an die Vernunft der Kunden, „nur dringende Einkäufe bereits in dieser Woche zu erledigen“, so Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp. Denn die Kundenströme müssten sich über einen längeren Zeitraum verteilen können. „Kurz gefasst: Material zur Reparatur der Wasserleitung kann gerne heute gekauft werden, der neue Lampion für den Garten soll bitte bis nächste Woche warten“, so Teiber.

Kein Ansturm auf „Mahü“
In allen anderen Geschäften hielt sich die Shoppinglaune übrigens eher in Grenzen: Am Vormittag auf Wiens längster Einkaufsmeile - der Mariahilfer Straße - zeigte sich auf den ersten Blick ein nicht allzu anderes Bild als seit dem Beginn des Shutdowns Mitte März. Passanten flanierten in der Straßenmitte, die Shopping-Sehnsucht schien enden wollend. Das lag womöglich auch daran, dass die großen bekannten Textil-, Einrichtungs- oder Elektronikketten nach wie vor geschlossen halten müssen. Einzelne kleinere Boutiquen waren aber bereits aus dem erzwungenen Spätwinterschlaf erwacht.

Und auch im „Goldenen Quartier“ der Wiener Innenstadt, in dem sich normalerweise vorrangig betuchte Touristen tummeln, sah man an Tag 1 nach der Shoppingpause kaum Passanten. Die Rollbalken der meisten hochpreisigen Filialen - auch der kleineren - blieben dementsprechend unten. Ähnlich verhielt es sich am Graben oder in der Kärntner Straße. Dort verzichteten zum Beispiel die deutlich unter 400 Quadratmeter messenden Souvenirshops mangels ausländischer Besucher gleich ganz auf die Öffnung.

Die einzige Warteschlange, die am Dienstagvormittag bei einem APA-Streifzug durch einige Teile Wiens ins Auge fiel, fand sich übrigens vor einem kleinen Geschäft in der Hernalser Hauptstraße. Rund zehn Menschen, vorrangig weiblichen Geschlechts, warteten geduldig auf Einlass. Das begehrte Sortiment: Stoffe und Nähzubehör. Selbstproduzierte Masken haben schließlich gerade Hochsaison.

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