11.04.2020 09:00 |

Tiroler Banken

Harald Wanke: „Hilfe der Politik ist nötig“

Die Tiroler Banken sind derzeit mit vielen finanziellen Problemfällen konfrontiert. Im Interview mit der „Krone“ erklärt deren Sprecher Harald Wanke, welche Probleme es bei den Überbrückungshilfen in rechtlicher Hinsicht gibt und wehrt sich gegen Kritik mancher Medien.

„Krone“:Vor welchen Herausforderungen stehen die Banken?
Harald Wanke:
Auf der einen Seite wird eine möglichst unbürokratische Hilfe von uns gefordert. Auf der anderen Seite liegen die entsprechenden Durchführungsverordnungen noch gar nicht vor. Die Hilfsstellen stellen nur vorläufige Bescheide aus. Das sind noch keine endgültigen Zusagen. Auf diese vorläufigen Bescheide hin erfolgt von den Banken eine Überbrückungshilfe.

Was fordern Sie genau von der Politik ein?
Unser Wunsch ist, dass die Verordnungen nicht nur angekündigt werden, sondern auch tatsächlich kommen. Wir stehen derzeit vollkommen in der Rechtsunsicherheit und müssen darauf vertrauen, dass die endgültigen Bescheide und natürlich auch die Auszahlungen tatsächlich erfolgen. Hier hat uns Landeshauptmann Günther Platter zugesichert, dass er sich um eine Besserung bemühen wird.

Mit welchen Beschwerden seitens der Unternehmen und der Privatkunden sind Sie momentan konfrontiert?
Seitens der Privatkunden kommen fast keine Beschwerden. Wir können sie in großer Mehrheit gut zufriedenstellen. Wo es zu Reklamationen kommt, ist im Bereich der Urgenzen bei den Unternehmen.

Wie kann man sich das genau vorstellen?
Es handelt sich um Unternehmen, die dem Reorganisationsgesetz unterliegen. Diese haben zu wenig Eigenkapital und eine viel zu lange Verschuldungsdauer und erfüllen auch nicht die Kriterien für die jetzt zugesagten Hilfsleistungen.

Ist das auch der Grund für die Kritik, die von einigen Medien kommt?
Ja, und dabei wird völlig übersehen, dass das eben Probleme sind, vor denen die Unternehmen auch schon vor der Krise standen.

Haben die Unternehmen Verständnis, wenn Sie ihnen die Problematik erklären?
Sie verstehen es, wünschen sich aber doch, dass ein Weg gefunden wird. Sie kämpfen ja derzeit auch ums wirtschaftliche Überleben.

Wie viele Fälle müssen die Banken derzeit bearbeiten?
Ich habe keine Gesamtzahlen, aber es sind über alle Sektoren hinweg tausende.

Bei wie vielen handelt es sich um schwere Fälle, wie Sie sie oben genannt haben?
Richtig schlimme Fälle, die mir bekannt sind, kann man an zwei Händen abzählen. Ein verschwindend geringer Teil dringt in die Wirtschaftskammer vor. Sie werden an die zuständigen Banken weitergeleitet und diese sind auch an höchster Stelle bemüht, eine Lösung herbeizuführen. In den meisten Fällen gelang das bisher auch erfolgreich. Es ist also kein Massenproblem, wird aber von manchen Medien als solches dargestellt.

Manuel Schwaiger, Kronen Zeitung

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