19.03.2020 09:00 |

Tiroler Unternehmer:

„Wir rechnen bis Herbst mit einem Totalausfall!“

Andreas Thurner hat mit seinem Busreise-Unternehmen Gäste aus den isolierten Orten in Tirol weggebracht. Seither stehen er und sein Team unter Quarantäne. Der Tiroler rechnet mit einem hundertprozentigen Ausfall der Aufträge bis Herbst. Vom Staat fühlt sich der Tiroler massiv im Stich gelassen: „So überleben wir auf keinen Fall!“

Mit seinen Omnibussen und Kleinsitzern hat Thurner nach der Hiobsbotschaft am vergangenen Freitag viele Urlauber aus den isolierten Gebieten abgeholt und zum Flughafen Innsbruck bzw. München transportiert. „Wir hatten keine Angst, wir wollten helfen“, begründet er sein Einschreiten. Die Skiurlauber seien „sehr ruhig“ gewesen, von Chaos keine Spur.

„Kurz darauf hieß es seitens des Landes Tirol, dass sich all jene, die in diesen Risikogebieten waren, in 14-tägige Quarantäne begeben müssen. Das haben wir natürlich gemacht“, betont der Pitztaler. Doch seither hat er mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

„Versicherung kann ich nicht stilllegen lassen“
„Ich wollte meine Versicherung für meine Fahrzeuge sofort stilllegen lassen, auch weil wir bis Herbst mit einem hundertprozentigen Ausfall der Aufträge rechnen. Wir reden hier von mehreren Tausend Euro pro Monat“, sagt Thurner. Doch die Versicherung führe das nur aus, wenn sie die Kennzeichen der Fahrzeuge erhalte. „Wir können allerdings wegen der Quarantäne nicht hinaus und die Versicherung will die Kennzeichen nicht abholen“, schildert Thurner.

Förderantrag: „So einen schlechten Zinssatz habe ich noch nie gehabt“
Doch dem noch nicht genug: Der Tiroler hat bereits ein nationales Förderansuchen beantragt und eine Antwort seitens des Kreditinstitutes erhalten: „Wir bestätigen einen Kredit von 300.000 Euro für eine Laufzeit von drei Jahren mit einer Verzinsung von 2,875 Prozent.“ Eine Aussage, die Thurner die Zornesröte ins Gesicht treibt: „Nach all den Jahren habe ich noch nie einen so schlechten Zinssatz erhalten. Der Staat will sich da einfach nur bereichern!“

„Wir können uns das alle nicht leisten“
Hinzu kommt, dass laut Staat die Mitarbeiter während der Krise behalten werden sollen. „Der Bund würde 80 Prozent der Nettolohnkosten übernehmen, jedoch nicht der Bruttolohnkosten. Wir können uns das nicht leisten, das kann sich niemand leisten. Diese Lösung geht auf Kosten der Unternehmer, das kann es nicht sein“, betont Thurner. Sein Fazit fällt nüchtern aus: „Ich fühle mich vom Staat verarscht und bin sehr enttäuscht.“

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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