18.03.2020 18:30 |

Lage im Bundesland

Vierter Todesfall wegen Corona in der Steiermark

Mit Stand Mittwochabend Uhr gibt es in der Steiermark 222 Corona-Fälle, 40 mehr als gestern. Nun wurde bestätigt: Eine Frau aus Hartberg-Fürstenfeld ist aufgrund des Coronavirus verstorben. + Eine Studentin der Leobener Montanuniversität ist infiziert. + Die steirischen Landespolitiker meldeten sich zum Hilfspaket des Bundes zu Wort. + Aufgrund der Corona-Krise werden die Baustellen an den steirischen Landesstraßen eingestellt. + 18 steirische Arztpraxen mussten wegen Infektion von Patienten, Ärzten oder Personal bereits geschlossen werden, die Grundversorgung sei aber gewährleistet. + Die Landwirtschaft sucht nach Helfern. (Dieser Artikel wird laufend aktualisiert)

Steirerin an Virus verstorben
Mittwochmittag wurde bekannt, dass in jenem Seniorenheim in Hartberg, aus dem schon die erste steirische Coronavirus-Tote stammte, eine weitere Bewohnerin gestorben ist. Es bestand dringender Verdacht, dass auch sie mit dem Virus infiziert war. Am Abend bestätigte die Landessanitätsdirektion: Die Frau (Jahrgang 1940) ist an dem Coronavirus verstorben. Damit gibt es vier Todesfälle in der Steiermark, die mit dem Virus in Verbindung stehen.

Bei den beiden im Laufe des Tages bereits gemeldeten Todesfälle handelt es sich um Männer (beide Jahrgang 1940) aus den Bezirken Graz-Umgebung und Murtal.

Kurzarbeit und Schließungen bei Osram
Weiterer Rückschlag für österreichischen Sensor-Spezialisten ams bei Osram-Übernahme: Die Schließungen von Automobilfabriken in ganz Europa trifft auch den deutschen Zulieferer Osram. Der Lichtkonzern zog am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinn-Prognosen für das laufende Geschäftsjahr zurück. Die Streichung der Prognose könnte ein weiterer Rückschlag für den österreichischen Sensor-Spezialisten ams sein, der Osram übernehmen will.

Corona-Fall an Montanuni Leoben
Wie du Universität am Mittwoch mitteilte, hat sich eine junge Studentin mit dem Coronavirus infiziert. „Der Personenkreis, mit dem die Studentin möglicherweise in Kontakt gekommen ist, wurde in Zusammenarbeit mit den Lehrenden rekonstruiert und den Behörden mitgeteilt“, so in einer Aussendung. Die Uni würde weiter im Minimalbetrieb laufen; „Rektorat und Schlüsselreferate bleiben besetzt, das Krisenmanagementteam tagt permanent.“

Zwei Steirerinnen mit Corona werden in Oberpullendorf behandelt
Im Burgenland sind am Mittwoch zwei Coronavirus-Fälle im Krankenhaus Oberwart gemeldet worden. Zwei Steirerinnen, 83 und 94 Jahre alt, wurden positiv auf Covid-19 getestet, berichtete der „Koordinationsstab Coronavirus“.  Sie wurden ins Krankenhaus Oberpullendorf verlegt, wo eine eigene Station für Personen, die am Coronavirus erkrankt sind, eingerichtet wurde. Dort können sie entsprechend isoliert und medizinisch versorgt werden.

GKB passt Fahrplan an
Viele Menschen bleiben zuhause - was den Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln verringert. Deswegen stellt die Graz-Köflach-Bahn ab Montag (23. 3.) auf einen Sonderfahrplan um. Die Versorgungssicherheit mit Öffis für die Weststeiermark sei aber dennoch gegeben, teilte das Unternehmen mit. Weitere Infos hier.

Kusthaus-Fassade sagt heute Danke
Heute, Mittwoch, um 18 Uhr wird auf der Fassade des Grazer Kunsthauses ein Danke an alle ausgesprochen, die derzeit in der Corona-Krise die Infrastruktur am laufen halten. Die Danksagung läuft zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten und unterbricht das laufende Projekt des amerikanischen Künstlers Bill Fontana. Den Livestream finden Sie hier.

Sozialeinrichtungen weiter geöffnet; neue Hotline
Das Coronavirus stellt auch die sozialen und Gewaltschutz-Einrichtungen in der Steiermark vor Herausforderungen. „Alle Einrichtungen sind, wenn auch in eingeschränktem Umfang, in Betrieb“, sagt Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ). „Oberste Priorität haben die Versorgung der Betroffenen und die Sicherheit aller Beteiligten.“ Zum Teil wurde von persönlicher auf telefonische Beratung umgestellt; unter 0800 20 10 10 wurde eine eigene Hotline eingerichtet.

Landwirtschaft: Helfer sollen sich melden
Was passiert mit dem Bauernhof, wenn Landwirte am Coronavirus erkranken? Der Maschinenring würde mit Betriebshelfern einspringen. Diese seit Langem „gut funktionierende Einrichtung steht den bäuerlichen Familien natürlich auch in dieser Krise zur Seite“, sagt Agrarlandesrat Hans Seitinger. Noch gibt es genügend qualifizierte Arbeitskräfte, weitere Betriebshelfer sollen sich aber melden. „Ich bitte insbesondere, dass sich ehemalige Zivildiener, die im landwirtschaftlichen Bereich tätig waren, und Schüler der landwirtschaftlichen Schulen bei uns melden“, bittet Maschinenring-Obmann Sepp Wumbauer. Helfer sollen sich bitte direkt beim örtlichen Maschinenring melden.

Politik äußert sich zum Hilfspaket des Bundes
„Das heute von der Bundesregierung präsentierte 38-Milliarden-Euro-Paket ist die völlig richtige Antwort und daher voll zu begrüßen“, meint Vize-LH Anton Lang (SPÖ) in einem Statement. „Jetzt geht es darum, die Zahlungsfähigkeit unserer österreichischen Unternehmen zu sichern und Massen-Arbeitslosigkeit zu verhindern. Erst kommt jetzt die Gesundheit und das Auskommen der Menschen, erst dann geht es um Zahlen im Budget.“ 

Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer pflichtet ihm bei: „In Zeiten wie diesen muss wirklich alles getan werden, um zu helfen. Deshalb danken wir der Bundesregierung, dass sie hier rasch und unbürokratisch handelt und heute ein weiteres noch größeres Hilfspaket präsentiert hat.“

Rauchfangkehrer stellen auf Notbetrieb um
Der routinemäßige Kehrbetrieb wird wegen der Corona-Krise eingestellt, teilen die steirischen Rauchfangkehrer am Mittwoch via Aussendung mit. Bereits gebuchte Termine müssen neu vereinbart werden, sobald sich die Situation normalisiert. „Leistungen im Notfall und bei Gefahr für Leib, Leben und Gesundheit sind von dieser Regelung selbstverständlich ausgenommen. Deshalb richtet jeder öffentlich zugelassene Rauchfangkehrer in der Steiermark ab Samstag, dem 21. März einen 24/7 Notdienst ein“, so in der Aussendung.

Baustellen eingestellt
Letzte Absicherungsmaßnahmen an den jeweiligen Baustellen sind noch zu erledigen. Betroffen sind davon auch die vier Großbaustellen beim neuen Knoten Trautenfels (B320), beim Landtorberg in Judenburg (B77), beim Tunnel Voitsberg (B70 - für den Schwerverkehr ist die Fahrbahn Richtung Köflach offen) und bei der Ortsdurchfahrt Weiz (B72).

Auch bei den zuletzt durch Felsstürze betroffenen Abschnitten auf der B20 (Mariazeller Straße) zwischen Thörl und Kapfenberg, auf der B23 (Lahnsattelstraße) zwischen Mürzsteg und Frein an der Mürz und auf der L529 (Bretsteiner Straße) bei Pölstal wurden die Sicherungsmaßnahmen soweit abgeschlossen, dass sie einspurig mit wechselweisen Anhaltungen befahrbar sind.

18 Arztpraxen wegen Infektion geschlossen
In der Steiermark haben in den vergangenen Tagen insgesamt 18 von rund 2.000 Arztpraxen wegen Infektionen von Patienten, Personal oder eines Mediziners schließen müssen. Am Mittwoch empfahl die Steirische Ärztekammer, nicht unbedingt notwendige persönliche Arzttermine über das Telefon abzuwickeln.

In der aktuellen Situation ist jeder Kontakt ein Infektionsrisiko - für Patienten und auch für Ärzte. „Die ärztliche Grundversorgung ist gewährleistet, die einzelnen Fächer und Regionen organisieren die Zusammenarbeit sehr verantwortungsvoll, um in der Corona-Krise ihre Patientinnen und Patienten bestmöglich zu betreuen“, betonte der Präsident der Steirischen Ärztekammer, Herwig Lindner.

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