„Krone“-Interview

Teamchef Foda: „Wir sind nur gemeinsam stark!“

Fußball International
15.03.2020 07:58

Die Stille hat die schönste Stimme. Aber nicht im knallharten Fußball-Geschäft. Die Coronakrise erschüttert den Milliardenbetrieb in seinen Grundfesten. Die Ligen stehen still, die EURO 2020 wackelt bedenklich. ÖFB-Teamchef Franco Foda im großen Interview über die einzigartige Situation und Homeoffice.

„Krone“:Herr Teamchef, am kommenden Dienstag ist bei der UEFA Tag der Entscheidung. Der Test gegen die Türkei am 30. März steht vor der Absage - wie schätzen Sie die Situation ein, wird die EURO doch noch stattfinden können?
Franco Foda: Die zuständigen Herren bei der UEFA werden mit Sicherheit die richtigen Entscheidungen und Maßnahmen treffen. Wir müssen und werden alle Schritte akzeptieren. Ich gehe davon aus, dass man versuchen wird, auf die Ligen Rücksicht zu nehmen. Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit möchte wirklich niemand. Der Fußball braucht einfach die Fans und die Emotionen. Deshalb sollten die Meisterschaften zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt werden. Man sollte ja auch die existenzielle Gefährdung der Profivereine berücksichtigen.

Alle beim Österreichischen Fußballverband haben sich in den vergangenen Monaten intensiv auf die Endrunde vorbereitet - alles wäre mit einem Schlag Makulatur.
Das ist in dieser Ausnahmesituation nebensächlich. Jetzt geht’s um jeden einzelnen Menschen und die Gesundheit der Bevölkerung. Ich habe absolutes Vertrauen in unsere Regierung, sie hat auf allen Ebenen schnell und konsequent gehandelt. Wichtig ist vor allem, dass wir jetzt ja nicht in Panik verfallen und jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt, dieses Virus wieder einzudämmen.

(Bild: GEPA)

Wie gehen Sie persönlich mit dem Corona-Wahnsinn und den damit verbundenen Einschränkungen um?
Ich halte mich an die Vorgaben und verbring die meiste Zeit zu Hause. Wir achten jetzt noch mehr auf die Hygiene und haben auch die sozialen Kontakte reduziert. Aufgrund der Einschränkungen müssen wir unser Leben halt für die nächste Zeit etwas umstellen. In solch außergewöhnlichen Situationen muss man bereit sein Dinge zu verändern. Wir müssen positiv nach vorne blicken. Nur gemeinsam sind wir stark - das sag ich meinen Spielern immer. Das gilt jetzt auch für unser Land und die Menschen.

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Die EM ist in dieser Ausnahmesituation nebensächlich. Jetzt geht's um jeden einzelnen Menschen.

Franco Foda

Der Fußball hat bis auf Weiteres Sendepause, ist der Teamchef eigentlich schon auf Entzug, nachdem nirgendwo Spiele laufen?
Nein, so schlimm ist es nicht. Ich werde mir nun in Ruhe viele Bundesligaspiele auf Wyscout - einer internationalen Plattform für Matchanalyse und Scouting - anschauen. Ich mache weiterhin meinen Job und beschäftige mich auch mit unseren Gruppengegnern Holland und Ukraine. Statt Stadionbesuchen steht jetzt eben Homeoffice im Vordergrund.

(Bild: AP)

Ihr Vertrag als Teamchef läuft nach der EURO im Sommer aus. Wie ist der letzte Stand der Dinge?
Es hat schon Gespräche mit den Verantwortlichen gegeben, aber in Zeiten wie diesen ist das zweitrangig. Da stehen andere Dinge im Vordergrund. Daher beschäftige ich mich jetzt auch nicht damit.

Burghard Enzinger, Kronen Zeitung

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(Bild: KMM)



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