"Die Stimmung ist sehr gedrückt, die Menschen sind verzweifelt", sagt Karl Brandner, der Bürgermeister der 600-Seelen-Gemeinde Kleinsölk, die am Wochenende von einer Unwetterkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes heimgesucht wurde. "Den Menschen geht es nicht gut. Viele Landwirte müssen um ihre Existenz bangen, weil alles kaputt ist."
130 Soldaten als Feuerwehr-Unterstützung
Am Montag waren noch immer Almhütten von der Umwelt abgeschnitten, die Leute, die sie bewirtschaften, werden bis auf Weiteres per Hubschrauber versorgt. 130 Soldaten des Bundesheeres, hauptsächlich Pioniere, helfen nun der Feuerwehr bei der Beseitigung der Schäden und Wiederherstellung der Infrastruktur.
Flutwelle rollte durch ganzes Tal
Laut Katastrophenschutzreferent Kurt Kalcher waren in den ersten 40 Minuten des Unwetters 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, in fünf Stunden waren es doppelt so viele. Deshalb wurde auch das ganze Tal (Bild) von einer Flutwelle überrollt. Wetterexperte Friedrich Wölfelmaier berichtet, dass im nicht weit entfernten Gröbming innerhalb kurzer Zeit 80 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden; im ganzen Juli sind es dort normalerweise 136 Liter.
850 Notrufe in viereinhalb Stunden
Innerhalb von viereinhalb Stunden gingen bei der Bezirksfeuerwehr-zentrale 850 Notrufe ein. 410 Einsätze wurden von 1.100 Feuerwehrleuten hervorragend bewältigt. In der kritischen Phase waren sogar 51 Feuerwehren gleichzeitig im Einsatz. Auch in den anderen obersteirischen Bezirken, wo ebenfalls Unwetter wüteten, wird nun aufgeräumt. Kalcher: "Verletzte hat es zum Glück nicht gegeben, jetzt hoffen wir, dass auch bei den schwierigen Aufräumarbeiten nichts passiert."
von Peter Riedler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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