Walter „Schani“ Skocik

Rapid-Held: „Saudis lieferten mir einen Mercedes“

Viermal wurde er mit Rapid Meister, zweimal mit Innsbruck, er stand im Meistercup-Halbfinale und warf mit Rapid Real Madrid aus dem Europacup: Walter „Schani“ Skocik hat in seiner Fußballer-Karriere viel erlebt - und ist gerade deswegen prädestiniert, den Hauptdarsteller dieser Episode des „Krone“-Fußball-Podcasts zu geben. Oben hören Sie das Interview, geführt von Michael Fally, in voller Länge.

Skocik war nicht nur erfolgreicher Spieler, sondern auch viel beschäftigter Trainer. Ganze 20 Stationen konnte er als Trainer-„Wandervogel“ verbuchen, unter anderem war er von 1987 bis 1989 Chefcoach von Al-Iitihat, einem Klub in Saudi-Arabien. Aus dieser Zeit ist Skocik vor allem eine Anekdote in Erinnerung: „Wir haben damals sensationell den King‘s Cup gewonnen. Der Präsident hatte mir vor der Saison einen Mercedes versprochen, wenn ich einen Titel hole. Mein damaliger Co-Trainer, der Didi Constantini, hat zu mir gesagt, dass ich den Präsidenten daran erinnern soll. Also bin ich gemeinsam mit ihm zu Präsi gegangen. Dann fragte mich der Klub-Boss, was für einen Mercedes ich denn gerne hätte. Ich antwortete: ‘einen 300er.‘ Seine Antwort: ‘Einen 300er hab‘ ich nicht, einen 260er kann ich anbieten.‘ Den hab‘ ich natürlich auch genommen. Sie haben ihn mir nachher bis vor meine Haustür in Österreich geliefert, mit dem Auto bin ich 20 Jahre lang gefahren.“

Förderer Happel
Nicht ganz so luxuriös ging‘s zu Skociks Karrierebeginn zu. Zunächst arbeitete er während seiner Kicker-Tätigkeit noch in einer Bank. „Dort habe ich 1400 Schilling verdient. Dann ist der Happel gekommen und hat gesagt, bei Rapid verdienst du jetzt 1500 Schilling.“ Überhaupt war Happel ein wichtiger Wegbegleiter Skociks: Ende der 50er-Jahre sogar noch ein Mitspieler („Happel war einer der besten Liberos Europas. Andere haben den Ball einfach weggehaut, Happel hat ihn heruntergenommen und mit Überblick zwischen zwei Spielern durchgespielt.“), dann als Förderer („Er hat erwirkt, dass ich während meiner Zeit beim Militär früher gehen und zum Training kommen konnte“) und dann als Sektionsleiter bei Rapid.

Ein weiterer berühmter Mitspieler: Gerhard Hanappi. „Er war ein toller Fußballer und ein richtig intelligenter Mensch. Überhaupt waren die arrivierten Spieler, mit denen wir zunächst per Sie waren, alle sehr nett zu uns Jungen. Die haben sich um uns gekümmert“, erinnert sich Skocik.

Weltmacht Rapid
Die bleibendsten Erinnerungen haben bei Skocik die Südmaerika-Tourneen mit Rapid in den späten 50ern und frühen 60ern hinterlassen. „Rapid war damals in Südamerika sehr bekannt und sehr beliebt. Österreich war quasi eine fußballerische Großmacht. Jedes Jahr sind wir am 20. Dezember weggeflogen und haben dort viele Turniere und Spiele bestritten. Das brachte dem Verein viel Geld - und uns Spielern unvergessliche Erlebnisse. Wir wären sogar mitgeflogen, wenn wir kein Geld bekommen haben.“

Außerdem spricht Skocik im Podcast (zu hören oben in voller Länge) über Rapids Triumph über Real Madrid 1968, das unrühmliche Meistercup-Halbfinale inklusive Spielabbruch gegen Benfica Lissabon, die Zusammenarbeit in Innsbruck mit Otto Baric und vieles mehr. Gute Unterhaltung!

Michael Fally
Michael Fally
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Montag, 28. September 2020
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