28.02.2020 09:58 |

Corona-Plan für Wien

Ärztefunkdienst jetzt rund um die Uhr im Einsatz

Das Coronavirus hat Wien erreicht: Mittlerweile gibt es drei bestätigte Infizierte - ein 72-jähriger Wiener sowie ein Ehepaar. Ob dessen zwei Kinder auch erkrankt sind, ist noch unklar. Zudem werden immer wieder neue Verdachtsfälle bekannt. Die Ärztekammer Wien nahm dies zum Anlass und stellte am Freitagvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz einen Notfallplan für die Bundeshauptstadt vor. Dabei nimmt der Ärztefunkdienst eine zentrale Rolle ein.

„Es ist zu befürchten, dass die Infektionen mehr werden“, brachte Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer, die aktuelle Situation schnell auf den Punkt. Für Wien wurde deshalb in den vergangenen Tagen ein Notfallplan ausgearbeitet.

Betreuung zuhause ist vorrangig
Vorrangig ist derzeit, dass Menschen, die Symptome der Erkrankung zeigen, zuhause betreut werden. Aus diesem Grund ist seit Freitagfrüh der Ärztefunkdienst 24 Stunden im Einsatz. Dieser führt bei Betroffenen erste Untersuchungen durch und macht Abstriche für die Corona-Tests. „Warum ist das so? Weil es keinen Sinn macht, potenziell Infizierte in eine Ordination gehen zu lassen, wo weitere Personen angesteckt werden könnten,“ so Szekeres.

Aber nicht nur Verdachtsfälle sollen in den eigenen vier Wänden betreut werden, sondern auch tatsächlich Infizierte, die nur einen milden Krankheitsverlauf vorweisen. Tatsächlich leiden laut aktuellen Studien 80 Prozent der Erkrankten an leichten Symptomen.

200 zusätzliche Ärzte im Einsatz
Um den 24-stündigen-Ärztefunkdienst zu ermöglichen, sind nun 200 zusätzliche Ärzte - die sich freiwillig gemeldet haben - mobil unterwegs. Personen, die sich krank fühlen, sollen in einem ersten Schritt daher unbedingt die Hotline 1450 kontaktieren.

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Im Falle eines Verdachts wird dann der Ärztefunkdienst zu den Betroffenen geschickt. Diese Ärzte können dann eine Erstdiagnose stellen und das weitere Vorgehen bestimmen. Auf eines müssen sich Betroffene jedenfalls gefasst machen: Die Ärzte, die die Kranken daheim besuchen, bieten einen eher ungewöhnlichen Anblick. Denn sie tragen Haube sowie spezielle Schutzmasken, Mäntel und Schürzen. Auch eine seitlich ebenfalls geschlossene Brille gehört zur Ausstattung.

Die MA15 holt dann dreimal täglich Proben ab und übergibt diese an die AGES, wo sie überprüft werden. Auf diese Weise können bis zu 50 Überprüfungen pro Tag durchgeführt werden. Erhalten Patienten einen positive Befund, hängt das weitere Vorgehen von deren gesundheitlichem Zustand ab. Können sie daheim bleiben, werden sie weiter vom Ärztefunkdienst betreut.

Jener 72-Jähriger, der als erster Infizierter in Wien bekannt geworden ist, befindet sich derzeit im Kaiser-Franz-Joseph-Spital in intensivmedizinischer Betreuung. Das Ehepaar, das gemeinsam mit seinen Kindern kürzlich in Italien auf Urlaub war und danach erkrankt ist, leidet hingegen nur unter leichten Symptomen. Dazu zähle eine leichte Lungenentzündung. Die Testergebnisse der beiden Kinder stehen noch aus. Während der Ansteckungsort des 72-Jährigen noch unklar ist, sei die Familie hingegen ein klarer „Importfall“, so Michael Binder, medizinischer Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes.

„Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung in Wien“
Binder betonte jedenfalls, dass noch keine Epidemie eingetreten sei. Und: „Wir haben keinen gesicherteren Hinweis, dass in Wien eine effiziente Mensch-zu-Mensch-Übertragung stattfindet.“

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base
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