26.02.2020 08:01 |

Corona-Verdacht

Virus-Gipfel: Land Salzburg prüft weitere Fälle

„Wir werden nicht verschont bleiben“, ist sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer sicher. Derzeit werden vier weitere Verdachtsfälle im Land Salzburg geprüft. Tenor des Landes-Chefs: Nur nicht die Nerven wegschmeißen.

Montagabend: 28 Mitarbeiter der Salzburger Landeskliniken (SALK) kehren von einem Betriebsurlaub aus der Corona-Region Norditalien zurück. Ihr Bus wird auf eine Wiese hinter den SALK geführt. Ärzte empfangen die Insassen: Virus-Verdacht. „Es gab eine große Verunsicherung, wie das Ganze ablaufen soll. Das ist mir sofort aufgefallen“, berichtet ein beteiligter Mann, der unerkannt bleiben möchte. Die 28 Insassen stiegen aus. Ärzte verteilten Schutzkleidung- und Masken. „Es gab ziemliche Streitereien. Die Menschen waren aufgebracht. Das war keine ruhige friedliche Ankunft. Die Leute sind heftig miteinander umgegangen.“

Beratungsgipfel: Land setzt auf Information
Am Dienstag spitzte sich die Lage deutlich zu: Als gegen Mittag die ersten beiden Virusfälle in Österreich bestätigt wurden, berief die Salzburger Landesregierung eilig eine Koordinationssitzung ein. Die weitere Vorgehensweise wird zwischen Bund und Ländern exakt abgestimmt. Sollte sich das Coronavirus auch in Salzburg ausbreiten, startet ein Notfallplan. „Noch ist es aber nicht soweit. Entscheidend sind jetzt Information und Kommunikation. Nur nicht die Nerven wegschmeißen!“, rät Landeshauptmann Wilfried Haslauer. „In 80 Prozent der Fälle verläuft das Virus nämlich harmlos, es ist vergleichbar mit der echten Grippe“, betont die Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. „Niemand braucht Schutzmasken, nur das medizinische Personal“, beruhigt sie. Vielmehr helfe regelmäßiges Händewaschen.

Suche nach passenden Quartieren gestartet
Salzburgs Weg ist klar: Keine Panik, das öffentliche Leben nicht einschränken und sicher keine Abriegelung, wie es in Italien und China der Fall ist. „Das ist nicht angebracht. Besser ist, wenn die Infizierten zu Hause bleiben. Wir sorgen dafür, dass sie dort bestens versorgt werden“ , so Haslauer. Wer aber medizinische Hilfe benötigt, soll sie entweder in gesonderten Unterkünften oder in schweren Fällen auf der Isolierstation des Krankenhauses bekommen. „Wir sind derzeit auf der Suche nach geeigneten Unterkünften. Wir haben drei Gruppen: Eine für Personen, die aus einem Risikogebiet kommen und nicht zuhause die Quarantäne verbringen können. Eine für Touristen, die Symptome aufweisen, und eine für die medizinische Versorgung von leichten bis mittleren Fällen“, erklärt Spitalsreferent, Landesvize Christian Stöckl. Derzeit werde etwa das Hotel Kobenzl geprüft.

Christoph Laible
Christoph Laible
Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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