24.02.2020 08:24 |

Historische Fotos

Elektrisches Kino: Alte Ansichten von Klagenfurt

Klagenfurt war oft sehr innovativ, doch beim Einzug des „Elektrischen“ wehrten sich die Stadtväter viele Jahre. Offensichtlich sahen sie das Kino als Teufelswerk an...

Unsere heutige Geschichte aus der „Alte Ansichten“-Reihe beginnt an einem Novembertag im Jahr 1908. Der Türmer auf der Stadtpfarrkirche versuchte, durch den dicken Nebel Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Er war in früheren Zeiten zuständig für das Melden herannahender Feinde und Feuer. Letztere Aufgabe blieb ihm Anfang des 20. Jahrhunderts noch.

Gerade war er um seine Türmerstube herumgegangen, als er im Nebel einen gleisenden Lichtschein erspähte. „Feuer“, durchfuhr es ihn: „Feuer in der Innenstadt!“ Sofort läutete er die Feuerglocke und meldete den vermeintlichen Standort der Feuersbrunst über den großen Sprachtrichter nach unten. Die Feuerwehr, damals noch im alten Rathaus am Alten Platz stationiert, rückte aus und fuhr zum angeblichen Brand. Allein: Als die Einsatzkräfte zum Hotel Sandwirth kamen, war da zwar ein heller Lichtschein - aber kein Feuer! Des Rätsels Lösung war eine moderne Erfindung: das Kino.

Hermann Prechtl, ein „fahrender Lichtspieler“, gab eine Vorstellung im Sandwirth-Saal. Die benötigte Energie für den Projektor erzeugte er durch eine fahrbare Dampfmaschine, an der ein Generator hing. Damals kannte man in Klagenfurt noch kein helles elektrisches Licht, also war der Lichtschein des Projektors irrtümlich für Feuer gehalten worden.

Das Gerücht, die Feuerwehrleute ließen sich nur durch mehrere Runden Freibier beruhigen, konnte historisch noch nicht belegt werden...

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