24.02.2020 10:40 |

Liendlwirt

Historischem Wirtshaus droht die Abrissbirne

Der Putz bröckelt, das Gebäude ist baufällig, nun soll es abgerissen werden. Bereits seit mehr als einem Jahr steht der historische Liendlwirt im Zentrum von Saalfelden leer. Nun erteilte der Bürgermeister die Bewilligung für den Abriss des mehr als 350 Jahre alten Hauses – viel zu voreilig, kritisieren die Grünen.
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Im vergangenen November berichtete die „Krone“ über die großen Umbaupläne im Stadtzentrum von Saalfelden. Schon damals stand fest: Der Liendlwirt soll abgerissen werden. Nach einem Todesfall in der Familie wurde das Wirtshaus an die Raiffeisenbank verkauft und steht seit mittlerweile mehr als einem Jahr leer. „Das Gebäude ist baufällig. Leider wurde zuletzt gar nichts mehr investiert“, betonte Raika Saalfelden-Geschäftsleiter Christian Herzog. Am 7. Februar stellte die Bank den Antrag auf Abbruch, nur fünf Tage später erteilte Bürgermeister Erich Rohrmoser (SPÖ) die Bewilligung.

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Die Vorgangsweise des Bürgermeisters ist zwar rechtlich möglich, aber demokratiepolitisch höchst bedenklich.

Ferdinand Salzmann, Stadtrat (Grüne)

„Die übereilte Entscheidung zeigt einerseits mangelndes kulturhistorisches Verständnis, andererseits wenig Demokratieverständnis, wenn damit der Bauausschuss ausgehebelt wird“, ist der Sprecher der Grünen Saalfelden, Stadtrat Ferdinand Salzmann, empört. Im Ausschuss hätte nämlich noch ein Antrag der Grünen für ein Erhaltungsgebot behandelt werden sollen, er wurde aber nie auf die Tagesordnung gesetzt. Auch einer Abstimmung der Gemeindevertretung über ein Ortsbildschutzgebiet wurde damit vorgegriffen. Eine vertiefende Wirtschaftlichkeitsprüfung wurde nicht durchgeführt.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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