21.02.2020 06:00 |

„Krone“-Interview

Agnes Obel: „Bin lieber peinlich als klinisch“

Die Dänin Agnes Obel wechselte für ihr neues Album „Myopia“ vom Indie-Label Pias zum Klassik-Giganten Deutsche Grammophon. Das bedeutet aber nicht, dass die Songwriterin ihren elektronisch verstärkten Indie-Sound fundamental verändert hätte. Für ihr viertes, ungemein fragiles Studioalbum hat die 39-Jährige einmal mehr Zuflucht in der Einsamkeit gesucht, wie sie der „Krone“ im Interview in Berlin ausführlich erklärte. 

„Krone“:Agnes, auf deinem neuen Album „Myopia“ hast du deinen Sound ein weiteres Mal verändert. Er ist sehr elektronisch, sehr verträumt und auch sehr intensiv. Eigentlich ist es wirklich schwer zu beschrieben, wie du hier klingst.
Agnes Obel:
Das ist doch eine sehr gute Sache. Ich weiß selbst nicht wirklich, wie es klingt. (lacht) Ich war sehr nervös, als ich die neuen Songs das erste Mal in Berlin live vorgestellt habe. Es ist kein leichtes Werk und war auch schwer zu spielen. Das Erklären fällt mir selbst schwer.

Brauchst du die Einsamkeit und Abgeschiedenheit beim Songwriting? Einen Ort, wo du mit deinen Gedanken und Gefühlen alleine bist?
Auf jeden Fall. Ich weiß gar nicht, ob andere Leute das anders machen können? Ich und mein Geist brauchen Ruhe, um wirklich konzentriert zu arbeiten. Ich habe das bei den letzten Alben schon so gemacht, dass ich das Internet kappte und ganz alleine arbeitete. Im Endeffekt trägt mich dann ein Song bis zu seinem Ende.

Fällt es dir schwer, deine Ideen dann deinen Mitmusikern näher zu bringen? Diese Gedanken zu teilen und ihnen damit eine gewisse Art von Intimität zu nehmen?
Im Endeffekt fühlt sich jedes Album wie ein kleines Baby an. Plötzlich kommst du dann in einen kommerziellen Kontext, weil sich das Baby verkaufen muss. Das ist jedes Mal aufs Neue bizarr für mich. Ich versuche mich so gut wie möglich vor diesen Gefühlen zu schützen. Ich will auch gar nicht alle Informationen über die wirtschaftlichen Belange haben. Ich weiß zum Beispiel nicht einmal, wie viele Interviews ich an einem Promotag geben muss, weil mich das zu sehr stressen würde. Ich versuche all diesen Dingen nicht zu nahe zu kommen. Es ist ein Privileg meine Musik auf einem so großen Label veröffentlichen zu können, aber meinen kleinen Rückzugsort muss ich trotzdem schützen. Mein Freund ist da nicht so sensibel und unterstützt mich sehr stark. Ich glaube nicht, dass ich neurotisch bin, aber ich habe einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Ich mache wenig Soundchecks und versuche oft nein zu sagen. Ich will die Sache aus den richtigen Gründen machen und lasse meine Vorstellungskraft eher Entscheidungen fällen, als eine Deadline. Ich will nicht so klingen, wie es mir nicht passt. Ich bin sicher oft zu professionell und verliere dann die Spur, das ist natürlich nicht immer zu verhindern.

Du hast deine letzten Alben auf dem ehrgeizigen Indie-Label Pias veröffentlicht und bist jetzt zu Deutsche Grammophon gewechselt, wo eigentlich die Klassik vorherrscht. Ist das auch etwas, das unbewusst in den Kreativprozess eindringt? Dass man einen anderen Vertrieb mit anderem Zielpublikum hat und noch breiter gestreut wird?
Ich habe niemals an so etwas gedacht. Anfangs hatte ich ja noch nicht einmal ein Label, aber so ein Gedanke würde mich auch nur blockieren. Für mich ist die Ambition immer nur darauf ausgelegt, ein Album zu machen. Ich habe erst sehr spät in meiner Karriere gemerkt, dass Alben eigentlich wichtig sind. Auch von Deutsche Grammophon wusste ich wenig, bis ich das Büro betrat und dann Fotos von den Wiener Philharmonikern sah. (lacht) Das war schon etwas seltsam, weil ich nicht sicher bin, ob ich da so genau reinpasse. Es ist aber natürlich eine großartige Chance und ich hoffe zumindest, dass ich da irgendwie dazugehören kann. Der Grund, warum ich hier bin, ist Executive Producer Christian Badzura. Er ist selbst klassisch ausgebildeter Pianist, der Musik macht. Er hat eine sehr wundervolle Seele, die mit der Musik im Einklang ist. Wir haben immer sehr gut kommuniziert, denn allzu oft kommt es einem vor, dass man als Künstler nicht verstanden wird. Mit ihm gab es dahingehend nie ein Problem.

Natürlich ist auch von Labelseite ein gewisser Vertrauensvorschuss da. Aber die Zusammenarbeit öffnet im Prinzip auf beiden Seiten, was sehr interessant und wohl auch progressiv gedacht ist. Auf „Myopia“ geht es sehr stark um Zweifel und Vertrauen. Dinge, die bei jedem im Alltag sehr eng beieinanderliegen. Gab es aus deiner Sicht heraus spezielle Vorkommnisse, die dazu führten?
Ja, durchaus. „Myopia“ hängt auch noch mit dem Vorgänger „Citizen Of Glass“ zusammen. Ich habe hier nun beide Seiten der Münze gefüllt. „Citizen Of Glass“ ziele auf Erwartungen und Visionen ab, war sehr stark mit Technologie verbunden. Wie sie uns heute fordert und fördert. „Myopia“ geht mehr in die humane Richtung. Über die geistige Deformierung, die wir durch Technologie erfahren. Wenn du darüber nachdenkst, welche Konstrukte dein Geist basteln kann und wie man als Mensch oft den Erwartungen hinterherhechelt, dann können Zweifel aufkommen. Ich habe diese Zweifel oft, das ist mir nicht neu. Auch die Musik von früher handelte viel von Zweifeln. Musik war für mich immer ein Weg, die Lautstärke des Alltags abzudrehen und mich fallen zu lassen. Ich kann die Zweifel in der Musik quasi bezwingen. Das ist auch der Grund, warum ich allein sein muss und diese Myopie im Leben suche. Für mich war es auch wichtig, ein Album über mich selbst zu schreiben. Meinen eigenen Geist zu erforschen. Nach der langen „Citizen Of Glass“-Tour sollte ich an einem Soundtrack arbeiten. Ich sträubte mich dagegen, ließ mich dann aber überreden. Da begannen aber die Probleme. Ich fand kein Studio, in dem ich mich aufhalten konnte. Ich wohne über einem Restaurant und da war es zu laut. Dann fand ich ein Studio in einem alten sozialistischen Gebäude auf dem Flughafengelände Berlin-Tempelhof. Ich habe es dort nicht gemocht, es war furchterregend und es gab immer wieder Techno-Partys. Ich bin dann auch draufgekommen, dass die vom Film jetzt gar nicht meine Kunst wollten, sondern etwas von mir, das nach ihren Vorstellungen klingen sollte. Das war das erste Mal, wo ich das Musikmachen nicht genoss. Danach hatte ich ein großes Verlangen, zu den Wurzeln zurückzukehren. Dorthin zu gehen, wo es mir gut geht. Als ich als Kind Piano spielen lernte, habe ich gemerkt, dass ich mit etwas Magischem verbunden war. Wir Tiere wissen nicht, warum wir Musik mögen. Sie spricht uns an oder nicht, man kann es nicht erklären. Aber selbst wenn ich alleine spiele und Ruhe habe, hat das etwas Kommunikatives für mich. Zu diesem Gefühl wollte ich mit „Myopia“ zurückfinden. Der Kompass ist jetzt wieder besser ausgerichtet. (lacht)

Gab es nach diesen schlechten Erlebnissen in Tempelhof dann einen magischen Moment, wo du gewusst hast, du bist wieder in der Spur und dir geht es in der Musik wieder gut?
Ich habe mir selbst ein Studio an der Spree eingerichtet. Ich habe dort am Piano den ersten Song „Camera’s Rolling“ gespielt und es hat sich in dem Moment einfach perfekt angefühlt. Ich fühlte, dass ich etwas nahekam, das ich lange vermisste. Als ich dann weiterarbeitete habe ich gefühlt, dass es der richtige Weg sei. Ich habe mir auch wirklich große und tolle Boxen geleistet, weil es mir das einfach wert war. Damit hatte ich auch die richtige Live-Atmosphäre.

Fällt es dir mittlerweile schon schwer, eine direkte Verbindung zu deinen eigenen älteren Songs zu finden?
Das passiert mittlerweile schon, ja. Das Debüt „Philharmonics“ (2010) bestand aus einer Kollektion von Songs, die ich schon als Teenager schrieb. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich die so durchzog und veröffentlichte. Ich hätte diese Songs sonst wohl vergessen. Für mich geht es eher um die technische Seite. Mein Sound ist heute wesentlich besser, ich kann die Techniken einfach besser umsetzen. Ich respektiere die Periode von damals und mag die Songs noch immer. Es ist nicht so, dass ich mittlerweile die Antworten auf meine Fragen gefunden hätte, aber ich kann mit meinem alten, früheren Ich mittlerweile sehr gut. (lacht) Solange ich ehrlich bin und keinen Erwartungen von außen folge, ist alles okay. Ich kann mich weniger mit der Musik vor meiner Solokarriere identifizieren. Das war einfach nicht mein Sound und ist heute oft ärgerlich. Aber auch damit habe ich meinen Frieden gemacht. (lacht)

Du experimentierst sehr viel. Deine Songs sind manchmal sehr optimistisch, dann aber auch wieder verletzlich und fragil. Wie wichtig ist es dir trotzdem, eine gewisse Eingängigkeit zu kreieren und die Hörer nicht zu sehr in deiner Experimentierlust abgleiten zu lassen?
Es ist nicht immer leicht, einfach zu spielen. Ich mag die Simplizität in Songs. Wenn es einfache, tolle Melodien gibt. Ich mag aber auch das Experimentieren und Verstricken in Details. Ich glaube, dass ich generell eine Grundidee habe und von der weg experimentiere. In der Hoffnung, dass ich nicht zu weit ausschere. (lacht) Das lässt sich aber oft nicht verhindern, wenn man ganz allein an Dingen arbeitet. Oft muss man die Sachen einfach lassen, wie sie sind. Oft ist ein Pianosolo weniger einfach mehr. Die guten Songs müssen sich in drei Minuten erzählen lassen. Man muss immer darauf achten, was der Song braucht, um eine Geschichte zu erzählen. Die Produktion reflektiert meist, was der Song darstellt. Das habe ich früher nicht gemacht, aber seit zwei Alben ist das essenziell. Auch der Klang aller einzelnen Instrumente ist enorm wichtig. Das bedeutet, das ich mich manchmal in einen Sound fallen lasse, ohne ihn zu forcieren. Das kann mal simpler, mal komplexer sein. So komme ich aber oft zu neuen Bereichen, die ich sonst nie erforscht hätte. Es ist einfach wundervoll, Dinge das erste Mal zu machen und zu probieren.

Wie groß ist eigentlich der Vertrauenskreis an Leuten, wenn es um deine Musik geht? Irgendwann musst du deinen Kreativtunnel ja auch verlassen, um vielleicht nicht völlig in dir selbst verloren zu gehen.
Das ist immer schwierig für mich. Ich habe nie viel darüber nachgedacht, aber ich vertraue noch nicht einmal Freunden so wirklich, wenn es um meine Musik geht. Wenn ein Kommentar fällt, der mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen wäre, kann mich das wirklich sehr ärgern. Meine guten Freunde hören das Album immer im Nachhinein. Mein Ehemann Alex ist eigentlich der einzige, der während des Schaffensprozesses Einblicke erhält. Er ist aber auch superkritisch und kommt aus einer anderen musikalischen Welt als ich, was sehr gut ist. Er ist sehr tief in altem Hip-Hop verwurzelt, mag auch Filmmusik und Motown. Ich glaube nicht, dass er zum Beispiel jemals Klassik gehört hat. (lacht) Er hört meine Musik aus einer anderen Perspektive und das ist sehr wichtig. Er hört auch die Mixes immer gut raus und will immer mehr Bass haben. (lacht) Mir war auch wichtig ein Label zu finden, das mir vertraut, wenn ich meine Musik erschaffe. Auch wenn es um das Artwork geht, das ebenso von Alex stammt, will ich freie Hand haben. Ich lebe schon auch in einer kleinen Blase, aber so funktioniert es am besten.

Wenn man auch beruflich so eng mit dem Ehepartner zusammenarbeitet, können die Emotionen natürlich auch anders überkochen als auf einer rein geschäftlichen Ebene. Beeinflusst diese Situation deine Kunst in gewisser Art und Weise?
Das ist lustig, denn mir geht es nicht um Distanz. Ich glaube auch gar nicht, dass es in der Musik so etwas wie Objektivität gibt und ob mir ein Fremder mehr davon geben könnte. Wir wissen ja auch nicht, warum wir Dinge mögen oder nicht. Das ist eine unbeantwortete Frage des Lebens. Ich bin daran interessiert, dass die Ästhetik und die Musik passen. Alex ist sehr tief in meinen Werken verankert und macht auch Artwork und Videos. Aufgrund dessen sagt er andere Aufträge gleich ab, weil er die tiefe Verbundenheit schätzt. Das Produkt ist auch zu einem gewissen Teil auch sein Kind. Das künstlerische Element wird jedenfalls nicht durch das Privatleben verändert. Auch meine Mitmusiker sind gute Freunde von mir und keine Kollegen, die einfach bezahlt werden. Sie sind meine besten Freunde und ich kenne sie und ihre musikalischen Zugangsweisen. Ich mag es, dass alles so eng zusammenhängt. Es ist viel leichter, wenn du den Prozess fragmentieren kannst. Im besten Fall aber eben unter Leuten, die du kennst und magst.

Wenn du von Leuten umgeben bist, denen du vertrauen kannst, ist es auch leichter, dass du dich öffnest. Einerseits in deinen Texten, andererseits als Performerin auf der Bühne.
Ich bin immer wahnsinnig nervös, vor allem, wenn ich das erste Mal etwas präsentiere. Da muss man einfach durch, denn ab dann wird es einfacher. Die Stimme passt oft nicht, man ist nervös, die Songs sind schwierig. „Myopia“, der Song selbst, ist furchtbar schwer zu spielen. Da sind wir beim ersten Mal auch schnell draufgekommen, dass noch viel Übung nötig ist.

Hängen die Songs eigentlich zusammen? Ergeben sie eine verwobene Geschichte?
Die unterschiedlichen Aspekte der Myopie halten das Album zusammen. Darunter zählt etwas das Gefühl, den eigenen Emotionen zu trauen und seinem Weg zu folgen. Es gibt auch ein paar Songs wie „Island Of Doom“, die etwas ausscheren. Da geht es um die Kraft von Erinnerungen und dass die Finalität des Todes oft gar nicht so final sein muss. „Won’t You Call Me“ ist eigentlich ein Song über die Liebe. Wenn du wirklich verliebt bist, dann verändert sich das Zeitgefühl. Die Zeit kommt dir ergiebiger und länger vor. Die Abende sind üppiger, weil du von einer Person sehr besessen bist. Ich wollte unbedingt einen Song haben, in dem quasi jede Sekunde des Lebens zählt. Die Zeit selbst ist auch ein subjektiv-myopisches Gefühl. Ich kämpfe immer damit, die Zeit zu verstehen. Deshalb liebe ich es auch, Alben aufzunehmen. Schon als Kind habe ich Musikkassetten geliebt. Wie viel passt rauf, wie geht sich dieser Song noch aus? Solche Fragen. Auch das Timing innerhalb der Songs verändert sich immer wieder.

Wenn du jemand bist, der gerne alleine und einsam an seinen Songs schraubt, macht dir das Livespielen denn dann überhaupt Spaß?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. (lacht) Ich bin keine geborene Performerin und das weiß ich auch. Ich hatte anfangs richtig großes Lampenfieber und spüre das noch heute manchmal, aber mittlerweile habe ich etwa 1000 Konzerte gespielt und natürlich viel an Routine gewonnen. Ich habe aber auch ein paar Tricks gelernt, die mir helfen. Ein Konzert zu spielen ist eigentlich ähnlich einer Aufnahme im Studio, man muss es sich einfach so vorstellen. Der Moment zählt überall und die Intensität ist immer da. Live verändern sich die Songs auch immer etwas. Manche Songs klingen in einer Stadt, wo gerade etwas passiert oder Wahlen bevorstehen, politischer als sie eigentlich gedacht sind. Es gibt viele Dinge außerhalb deiner Kontrolle, die passieren können. Ich lerne immer noch dazu, aber es wird immer leichter und besser, auf die Bühne zu gehen. Ich habe so lange an „Myopia“ gearbeitet, dass ich manchmal das Gefühl habe, alles wäre nur in meinem Kopf. Dann stehe ich aber auf der Bühne, spiele die Songs Menschen vor und kann das gar nicht richtig fassen. (lacht) „Island Of Doom“ oder „Won’t You Call Me“ sind sehr private Songs und es ist schon verwirrend, wenn die Mädels in meiner Band die Backgroundstimmen singen. Es geht auch darum, dass man diese so manifestierten Songs auch gehen lassen kann. Eigentlich ist das schon gesund. (lacht)

Nach ein paar Shows wird ohnehin alles schon so rollen, dass von dieser anfänglichen Unsicherheit nichts mehr übrigbleibt.
Zum Glück. Ich hoffe, dass wir live sehr viel improvisieren können. Ich vermisse das heute bei Rockshows extrem und will das gerne machen. Dann ist auch jeder Moment bei einem Konzert einzigartig. Man erlebt den Moment ganz anders. In der Rock-Historie werden Musiker oft so vergöttert. Oder sie stellen sich so dar. Ich mag das überhaupt nicht. Ich habe zu viel davon gesehen und es schreckt mich ab. Als Fan will ich die Person hinter den Songs kennenlernen, ich will mich mit ihr identifizieren können. Ich habe etwa David Byrne gesehen. Er ist eine Ikone, aber solidarisiert sich mit seinem Publikum und gab sich ganz normal. So will ich mich auch verhalten. Ich will ich selbst und echt sein. Ich will mich dem Moment öffnen können und mich auf kein Podest stellen. Es geht auch darum, nicht immer alles zu planen. Mir ist es lieber, wenn manchmal etwas peinlich ist, als es ist zu klinisch. (lacht) Ich will mir auch keine Stehsätze überlegen, die ich jeden Abend zwischen den Songs sage. Wenn du authentisch und fragil bist, vielleicht sogar etwas holprig, dann kriegst du auch authentisches Feedback. Es ist ein viel besseres Miteinander.

Du hast auch das Glück, dass dein Publikum die Aufmerksamkeitsspanne für deine Songs und spontanen Einlagen hat. Das ist im heutigen Musikgeschäft auch nicht mehr selbstverständlich.
Ich weiß, dass die ganz großen Pop-Produktionen minutiös geplant sind, aber wenn sie dem Zufall etwas mehr Raum geben würden, könnten diese Shows noch denkwürdiger werden. Es muss nicht immer alles einem Drehbuch folgen. Die Energie des Publikums ist auch spontan, da muss nicht immer alles maschinell passiert. Es ist unglaublich, wenn so viele Leute zur gleichen Zeit die gleiche mentale Energie versprühen. Das ist etwas komplett Magisches. Ich bin auch eher ein Fan der kleineren Shows und es würde es wahnsinnig spannend finden, wenn man deren Magie auf größere Shows münzen könnte. Meist ist es einfach nicht möglich, das ist mir klar. Es wäre aber einfach spannend.

Wien ausverkauft
Am 4. März ist Agnes Obel in der Wiener Arena zu sehen. Das Konzert ist bereits seit Wochen restlos ausverkauft. 

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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