11.02.2020 06:00 |

Causa Leitspital

Liezen: Wachtelkönig könnte Spitalsbau verzögern

Das favorisierte Grundstück in Stainach-Pürgg ist bebaubar - aber ein neuer Naturschutz-Check dürfte Einsprüche nach sich ziehen. Der Zeitplan hält nicht, fünf alternative Areale werden jetzt geprüft.

Es ist im Wortsinn keine „g‘mahte Wiesn“, das Mega-Projekt Leitspital Liezen. Wie „Steirerkrone“-Leser seit vergangenem Sommer wissen, ist das von der Landesregierung für einen Krankenhaus-Bau favorisierte Grundstück in Stainach-Pürgg problematisch: ein Teil kontaminiert (ölgetränkte Bahnschwellen!), ein Teil in der Hochwasserzone, der Untergrund überhaupt schlammig.

Der politische Wirbel darum führte im Herbst schließlich zu einem Planungsstopp und Bodenproben, die zeigen sollten, ob gebaut werden kann – oder eben nicht. Das Ergebnis der Untersuchungen und der (teils lautstarken) Beratungen eines 23-köpfigen Expertenteams: Ja, das Liezener Leitspital kann dort mittels aufwändiger Pfahlbauweise errichtet werden – allerdings mit einem großen Aber.

Naturschutz könnte Leitspital um Jahre verzögern
Denn auch wenn am Dienstag im Landtag offiziell die Planungen wieder aufgenommen werden, könnten naturschutzrechtliche Bedenken die Realisierung des Mega-Projekts um Jahre verzögern! Grund ist die notwendige Umwidmung des Stainacher Areals, die eine Naturschutz-Prüfung nach sich zieht. Kommen Einwände – Stichwort Wachtelkönig „Crex crex“, der im Ennstal schon manches Vorhaben gestoppt hat –, wird der Baubeginn weit nach hinten geschoben. KAGes-Finanzvorstand Ernst Fartek: „Die geplante Eröffnung im Jahr 2025 ist nicht haltbar.“

„Um im Bezirk Liezen dennoch raschestmöglich die beste gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten“, prüfe das Land nun fünf alternative Areale im Gemeindegebiet von Stainach-Pürgg, wie ÖVP-Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß bestätigt: „Wir müssen jetzt schnell die Arbeit wieder aufnehmen, wollen jedoch keine Schnellschüsse. Klar ist aber: Es gibt ein klares Bekenntnis zu dem Standort!“

Das Krankenhaus wird teurer als erwartet
Wie befürchtet, wird das Leitspital teurer als zunächst angenommen. Das Gebäude soll 250 Millionen plus/minus 25 Prozent kosten, so genannte „Bodenunwägbarkeiten“ schlagen sich mit 10 bis 15 Prozent an Mehrkosten nieder. ÖVP und SPÖ wollen die Planungen trotzdem durchziehen.

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger
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