10.02.2020 03:18 |

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Hundefleisch in Kambodscha: Endstation Kochtopf

Tausende Hunde werden jedes Jahr in Kambodscha grausam ertränkt, erhängt oder erschlagen, um sie zu essen. Bis zu ihrem Tod vegetieren sie in Käfigen vor sich hin. Die „Krone“ durfte einen Rettungseinsatz begleiten.

Vorweg: Dieser Artikel prangert nicht an, dass in Kambodscha Hunde gegessen werden. Er zeigt, was passiert, wenn es keine Kontrollen und keine Gesetze zum Schutz von Tieren gibt. Denn gleich in meinen ersten fünf Minuten vor Ort sehe ich eine Hündin an einem Baum hängen, mit einem Seil um die Kehle. Artgenossen schauen panisch beim Todeskampf zu. Mir laufen Tränen übers Gesicht.

Bis zu 30 Minuten kann es dauern, bis ein Vierbeiner wirklich tot ist. Oft landen die Tiere noch lebend im kochend heißen Wasser, um ihnen das Fell möglichst mühelos entfernen zu können. Zahlreiche Säcke mit Hundehaaren liegen in der Gegend herum. Am Boden finden sich immer wieder Blutflecken, Gestank liegt in der Luft, Fliegen überall. Ich bin in der Hölle angekommen.

Blutiges Geschäft
Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ nahm sich des Themas Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien an. In Kambodscha konnte durch ausführliche Untersuchungen nachgezeichnet werden, wie der Handel mit den Vierbeinern funktioniert. Die Tiere werden entweder angekauft oder von der Straße eingefangen. Vereinzelt kommt es sogar vor, dass Haushunde von Familien gestohlen werden. In Käfigen zusammengepfercht, geht es für sie dann in so genannte Holding Areas. Gesamte Dörfer beteiligen sich teilweise am Geschäft. Nach ihrem grausamen Tod werden die Kadaver dann an die Lokale ausgeliefert.

Zwei bis drei Millionen verspeiste Hunde jährlich
Überraschend: In der Hauptstadt Phnom Penh gibt es mindestens 110 Restaurants, die auf Hundefleisch spezialisiert sind. Auch in touristischen Gegenden! Die Tierschützer kommen zu dem Schluss, dass geschätzt zwei bis drei Millionen Hunde jährlich in Kambodscha für den menschlichen Konsum ihr Leben lassen müssen. Dabei wird der Verzehr von Hundefleisch durchaus kontrovers gesehen: 60 Prozent der Einheimischen weigern sich, solches zu essen, viele glauben, es brächte negative Energie.

Auch menschliche Not
Armut ist im Hundefleischhandel ein treibender Faktor. Das wird mir spätestens klar, als wir Kheav Chan besuchen. Der Mann hat über Jahre Hunde geschlachtet. Heute kommen wir vorbei, um ihm die verbleibenden zehn abzunehmen. Vor den Kameras bricht Chan weinend zusammen. Er hätte den Tieren nie wehtun wollen, doch er habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen, seine Familie zu ernähren. Bevor das „Vier Pfoten“-Team die Hunde aus dem Käfig befreit, verabschiedet und entschuldigt sich der Mann bei den Tieren.

Möglich ist das nur, weil die Tierschutzorganisation dem Mann ein Reisfeld gekauft hat. Damit kann sich Chan eine neue Existenz ganz ohne Tierleid aufbauen. Maßnahmen wie diese, die Rettung und Versorgung von Hunden, das Team aus Tierärzten und Übersetzern - für all das braucht es dringend finanzielle Unterstützung. Zurück bleibt die Gewissheit, dass es noch ein langer Weg ist, bis das Leid der Hunde und Katzen in Südostasien beendet werden kann. Ein Weg, auf dem ich ein paar Meter mitgehen durfte.

Sie erreichen uns unter tierecke@kronenzeitung.at.

Bitte helfen Sie, Leid zu verhindern!
Spendenkonto: Stichwort „Hundefleisch,“ IBAN: AT20 1200 0097 0632 7511, BIC: BKAUATWW
Petition unterstützen: www.vier-pfoten.at/hundeundkatzenfleisch

Denise Zöhrer
Denise Zöhrer
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