09.02.2020 10:00 |

Steiermark History

Eine sprudelnde Quelle steirischer Geschichte

Das „Krone“-Archiv verwahrt Zehntausende gebundene Zeitungen und ist für historisch Interessierte wertvolle Hilfe zur Recherche.

28. Juni 1914: Kugeln aus dem Revolver Gavrilo Princips, die Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Chotek töten, lösen den Ersten Weltkrieg aus. Die „Illustrierte Kronen Zeitung“ informiert ausführlich darüber. 22. November 1916: Ein Trauerflor umrahmt das Titelbild der „Krone“, das Franz Josef in Uniform zeigt: „Unser Kaiser ist gestern abends um 9 Uhr gestorben“, erfahren die Leser schon damals topaktuell. „Tankwagen explodierte - Feuerhölle am Murufer“: 1964 berichtet die „Kronen Zeitung“ österreichweit über einen verheerenden Unfall zwischen einem Tankwagen und einer Straßenbahn, bei dem sich Tausende Liter Benzin neben den Häusern am Grazer Grieskai entzündeten.

Die Tausenden Ausgaben der im Jahr 1900 gegründeten größten Tageszeitung Österreichs sind nicht nur wertvolle zeithistorische Dokumente für Liebhaber steirischer und österreichischer Zeitgeschichte, sondern kostbare Quellen für diverse Forschungsgebiete: Ohne die „Krone“ würden zahllose wissenschaftliche Arbeiten nicht existieren. 

„Ich bekomme häufig Anfragen von Schülern, Studenten oder interessierten Lesern, die Artikel zu bestimmten Themenbereichen suchen“, berichtet Martin Kriegel, „Herr“ über das riesige, für uns geöffnete „Krone“-Archiv im Pressehaus in der Wiener Muthgasse.

Breites Spektrum an Fragestellungen
„Manche suchen bestimmte Kochrezepte, einige recherchieren zu steirischen Mordfällen in den 1970er-Jahren, andere wiederum durchforsten für Masterarbeiten Aussagen von Grazer Politikern in den 1980er-Jahren“, zeigt er das breite Spektrum der Fragestellungen auf. Kriegel, der heuer im dreißigsten Jahr das Bild- und Textarchiv leitet, hat den zeitlichen Wandel sämtlicher Archivierungs- und Suchmethoden mitgemacht: Karteikarten, Mikrofilme, Aktenordner, E-Paper - wenn Informationen zu Personen oder Ereignissen in der Steiermark und den anderen Bundesländern benötigt werden, setzt der Wiener verschiedene Hebel an.

Drei Millionen Dias und Schwarz-Weiß-Fotos
„Leer“ gehen die Anrufer fast nie aus: „Wir haben 4700 Bände mit gebundenen ,Krone’-Ausgaben, im Analogarchiv etwa 3 Millionen Schwarz-Weiß-Fotos und Dias. Im Digitalarchiv befinden sich neun Millionen Bilder. Irgendetwas findet man immer“, schmunzelt Kriegel, während er zum Hörer für die nächste Anfrage - diesmal aus der „Steirerkrone“-Redaktion - greift.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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