09.02.2020 08:08 |

Stadtchef Preuner:

„Nicht alle können mitentscheiden“

Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) sieht die Ausgliederung des Verkehrs aus der Salzburg AG als Notwendigkeit. Planung und Organisation gehören für ihn eine Hand. Nur so können die Öffis aus dem Umland perfekt integriert werden.

Herr Bürgermeister, die Ausgliederung der Verkehrssparte aus der Salzburg AG in eine Stadt-Land-Gesellschaft schlug hohe Wellen. Die anderen Parteien fühlten sich dabei überrumpelt.
Von den Plänen haben alle gewusst, weil es im Stadtsenat am 25. November 2019 bereits ein Thema war. Davon gibt es auch ein Protokoll, also verstehe ich die Aufregung nicht. Auch im Steuerungsgremium von Stadt und Land werden viele Fraktionen vertreten sein. Klar ist aber, dass nicht alle bei jedem Punkt mit entscheiden können, sonst bräuchten wir mit der ganzen Sache gar nicht anfangen. Dann würde über alles nur diskutiert werden.

Jetzt soll es schnell gehen und alle Fragen bis zum Jahresende geklärt werden. Warum die Eile?
Wir müssen jetzt gestalten und nicht verwalten. Die politische Konstellation dafür ist momentan ausgesprochen gut. Das war lange Zeit nicht so und die neue Gesellschaft ist notwendig.

Inwiefern?
Damit wir die Planung und Organisation in eine Hand bekommen. Gerade bei der Abstimmung sind wir immer wieder an die Grenzen gestoßen. Wenn alles wie aus einem Guss funktionieren soll, muss man die Organisation in den eigenen Händen haben.

Das ganze Projekt wird sicherlich viel Geld kosten.
Am Ende geht es immer um die Zahlen. Jetzt müssen wir das Anlagevermögen, wie zum Beispiel Garagen etc., bewerten. Möglich wäre auch eine Holding über die Gesellschaft zu stellen. Das Ganze kann nur Miteinander funktionieren und dabei wird jeder auch Abstriche machen müssen.

Schauen sie dabei auch in andere Städten?
Ja, diese sind aber im Endeffekt nur schwer vergleichbar. Klagenfurt und Innsbruck haben sich zum Beispiel rein auf den innerstädtischen Verkehr konzentriert, was bei uns jetzt anders wird. Wir wollen den Schienenverkehr aus dem Umland einbinden und entfalten und auch die Regionalbusse mit in den Stadtverkehr eintakten. Da wird sich sicherlich viel ändern.

Wieviele Anteile sollte die Landeshauptstadt an der Gesellschaft innehaben?
Ich könnte mir den Bereich um die 20 Prozent für die Stadt und 80 Prozent für das Land vorstellen.

Auch der Individualverkehr wird in und rund um Salzburg immer ein Thema bleiben. Grödig prüft gerade den Nutzen von weiteren Autobahnauffahrten im Süden. Wären diese sinnvoll?
Man kann nicht immer kategorisch alles ablehnen und Grödig hat die Berechtigung, dass sie sich das genau anschaut. Wenn es ein Ergebnis gibt, kann man weiter vorgehen. Klar ist aber, dass es keine Maßnahmen zum Nachteil der Stadt geben wird.

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