07.02.2020 07:31 |

Zu große Verantwortung

Seilbahnchef kündigt wegen betrunkener Skifahrer

In Großarl im Salzburger Pongau hat ein Geschäftsführer der Bergbahnen Ende Jänner seinen Job an den Nagel gehängt. Der Grund: Er könne die Verantwortung für die zahlreichen betrunkenen Skifahrer nicht mehr übernehmen. Erst am 26. Dezember wurde ein Betrunkener in der Nacht fast von einer Pistenraupe überfahren.

„Immer mehr Skigäste bleiben bis spät in die Nacht und feiern auf den Hütten. Sturzbetrunken fahren sie dann bei Dunkelheit die Pisten hinunter“, so Josef Gruber, kaufmännischer Leiter der Großarler Bergbahnen. Oft habe man Unfälle nur in allerletzter Sekunde verhindern können. Für Siegfried Plöbst, den technischen Leiter der Bergbahnen, war das zu viel. Er wolle und könne diese Verantwortung über Menschenleben nicht mehr übernehmen, sagt er.

Betrunkener fast von Pistenraupe überfahren
Ausschlaggebend für seine Entscheidung war ein Vorfall zu Weihnachten: Ein Betrunkener wäre damals fast von einer Pistenraupe überfahren worden. „Der Mitarbeiter, der das Pistengerät gefahren ist, leidet heute noch. Bei jedem Eisblock, über den er fährt, erinnert er sich an das traumatische Ereignis“, so Gruber.

Es geht aber nicht nur um die psychischen Belastungen für das Lift- und Pistenpersonal. Juristisch gesehen geht es um Schuldzugeständnisse und die Frage, wer bei solchen Pistenunfällen haftet. Gruber sieht die Verantwortung bei der Gemeinde.

Sperrverordnung für Pisten sorgt für Diskussionen
„Wir wollen eine rasche Lösung. Das Problem ist die Sperrverordnung für Skipisten, die seit 2006 gilt. Das letzte Mal wurde sie 2015 adaptiert, damit sind wir aber nicht zufrieden“, so Johann Rohrmoser, Bürgermeister von Großarl. Es habe bereits konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten gegeben.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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