02.02.2020 11:00 |

Erdoğans Gehilfen

Die „Grauen Wölfe“ heulen auch in Tirol

Kürzlich machten türkischstämmige Busfahrer der Wiener Linien bei einer Veranstaltung den verbotenen Gruß der „Grauen Wölfe“ und brachten damit diese Organisation wieder ins Gespräch. Auch bei uns ist diese türkisch-nationalistische Gruppierung stark vertreten.

Der ,Türkische Kulturverein Kufstein‘ ist sicherlich einer der aktivsten Migrantenvereine in Österreich“, meint Thomas Rammerstorfer, ein aus Wels stammender Autor und Fachmann für türkischen Rechtsextremismus, im „Krone“-Gespräch. Das Wort und der Begriff „Kulturverein“ klingt heutzutage immer gut. Überhaupt in einer Konstellation, in der unterschiedliche Herkunft und Kultur eigentlich nicht zum Nachteil, sondern als verbindende Voraussetzung für Gemeinsames reichen sollte. Im Hintergrund steht die türkische Partei MHP.

Das ist ein gutes Pflaster für die „Grauen Wölfe“
Laut Rammerstorfer, dessen Buch über den Einfluss der „Grauen Wölfe“ in Deutschland und Österreich 2018 erschien, macht der „Türkische Kulturverein Kufstein“ auch keinen Hehl daraus, wessen geistiges Kind er ist: „Sie posten unverhohlen Propaganda der MHP in sozialen Medien und zeigen diese auch in der Öffentlichkeit“.

Für den Rechtsextremismus-Experten spielt Kufstein mittlerweile fast schon eine Sonderrolle in Österreich: „In den meisten Bundesländern ist es für die ,Grauen Wölfe‘ schwierig geworden, dass sie Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Kooperationen mit kommunalen Institutionen bekommen.“

Nationalisten feiern in städtischem Zentrum
Rammerstorfer sieht die Festungsstadt samt Peripherie als „Auslands-Zentrum“ der MHP und der „Grauen Wölfe“ in Tirol – mit guten Kontakten in den bayrischen Raum und in andere Bundesländer. „Diese Community ist ja zudem noch sehr mobil. Dass ihre Mitglieder aus Bayern, Salzburg und Oberösterreich zu Veranstaltungen nach Kufstein anreisen, ist keine Seltenheit“.

So geschehen zum Beispiel am 24. November 2018, als im städtischen Kultur Quartier eine große Abendveranstaltung inklusive politischer Ansprachen stattfand, die von schwenkenden Fahnen der MHP und „Grauer Wölfe“ bejubelt wurde. Oder auch im kommenden Juni, wenn wiederum der „Türkische Kulturverein Kufstein“ zu seinem „Kultur-Fest“ am Platz hinter der Wirtschaftskammer einlädt.

Der Traum vom Großtürkischen Reich
Gefahren sieht Rammerstorfer in der Grundideologie der „Grauen Wölfe“, in welcher durch den Koran ein „Großtürkisches Reich“ errichtet werden soll. „Soweit ich das überblicke, sind alle Politikwissenschaftler, Integrationsexperten und Verfassungsschützer der Meinung, dass Integration durch solch ein Gebaren erschwert, wenn nicht sogar verhindert, wird. Zudem werden auch Konflikte in der türkischen Community befeuert und es kommt zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen.“

Hubert Berger

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