Postbus feuerte Fahrer

Kündigung im Krankenstand regt Gewerkschaft auf

Nach sechs Monaten im Krankenstand zog es einem Linzer Postbus-Chauffeur förmlich die Krücken weg. Sein Arbeitgeber ÖBB-Postbus wollte, dass der 48-Jährige freiwillig geht, seinen Urlaub in der Kündigungsfrist aufbraucht und nach seiner Gesundung wieder anfängt. Als sich der Fahrer weigerte, wurde er gefeuert.

„Es ist völlig abstrus, wie hier gearbeitet wird“, ärgert sich Vida-Landesvorsitzender Helmut Woisetschläger, selbst Betriebsrat bei der Postbus-Mutterfirma ÖBB: „Diese Unsitten müssen sofort abgestellt werden.“ Der betroffene Chauffeur hatte 2016 beim Postbus-Unternehmen angefangen und war bis zu seinem Motorradunfall Anfang August nie krank gewesen.

„Absolut nicht akzeptabel“
„Es ist absolut nicht akzeptabel, wenn kranke Menschen einfach ausgemustert werden und nach der Genesung wieder eingestellt werden. Das ist eigentlich ein Sozialbetrug, weil damit die Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt werden“, kritisiert Woisetschläger: „Immerhin ist das ja keine Zwergerlbude, sondern ein Staatsbetrieb.“ Die Gewerkschaft will dagegen vorgehen. Von Postbus gab es keine Stellungnahme.

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Dienstag, 11. August 2020
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