Alarmbereitschaft

Wie das Coronavirus Oberösterreich in Atem hält

Kommt das Coronavirus jetzt auch nach Oberösterreich? Die Unsicherheit in der Bevölkerung wächst. Die „Krone“ hat sich in Krankenhäusern, Firmen, China-Restaurants und bei Touristikern umgehört. Fazit: Man ist gerüstet, es gibt Notfallpläne, Sorgen werden ernst genommen – doch Primar Bernd Lamprecht beruhigt: „Wir sind vorbereitet, die echte Grippe ist aber derzeit viel gefährlicher.“

„Viele fragen an, ob sie ihre China-Reisen kostenlos stornieren dürfen. Das geht aber leider nicht. Das Coronavirus ist nicht in Tourismusregionen verbreitet, man muss jetzt einfach mal abwarten, wie sich die Situation entwickelt“, sagt Werner Mader vom gleichnamigen Reisebüro in Katsdorf.  Auch in Hallstatt ist das Virus ein großes Thema – Einheimische fühlen sich von den vielen „Asia-Touristen“ bedroht, ließen sich im Salzkammergut-Klinikum durchchecken. „Bislang gab’s keine echten Verdachtsfälle bei uns“, so eine Spitalssprecherin. Es gebe aber Notfallpläne, man sei gerüstet. So auch im Kepler Uniklinikum: „Das ist nichts Neues für uns, es hat schon öfter neue Erkrankungen, wie zum Beispiel das SARS-Virus, gegeben. Wir haben Notfallpläne, sind gerüstet“, sagt Primar und Lungenspezialist Bernd Lamprecht.

Besuch im China-Restaurant
Ortswechsel ins Restaurant „Chinagarten“ in Linz-Kleinmünchen: Johannes Nguyen Qui Diep stammt aus China, hat dort Familie und Freunde: „Ich bin mit allen in Kontakt, es hat mir keiner berichtet, in Gefahr zu sein. Wir haben keine Angst vor dem Virus.“

Voestalpine-Mitarbeiter können in Heimat zurück
Auch Mitarbeiter großer Industriekonzerne wie der Voestalpine, der Lenzing AG oder der Miba sind beruflich in China stationiert. Voest-Sprecher Peter Felsbach: „Wer sich unsicher fühlt, soll sofort in die Heimat zurückkehren. Gesundheit geht vor.“ Der Stahlriese rät seinen Mitarbeitern, Dienstreisen zu verschieben. Auch Faserhersteller Lenzing beobachtet die Situation genau, hat bereits einen internen Gesundheitsnotfallplan aktiviert. Beim Industriezulieferer Miba hat die Betriebsärztin die Mitarbeiter zu Vorsichtsmaßnahmen instruiert.

„Wissen, wie wir handeln müssten“: Primar Bernd Lamprecht ist Lungenspezialist im Kepler Uniklinikum. Er will wegen des Coronavirus’ besorgte Bürger beruhigen.

„OÖ Krone“:Gab’s im Keplerklinikum schon Verdachtsfälle?
Bernd Lamprecht: Wir nehmen täglich mehrere Patienten mit der echten Grippe auf, mit dem Coronavirus sind wir noch nicht in Berührung gekommen. Es gibt aber genaue Pläne, wie vorzugehen wäre. Mitarbeiter sind geschult, Isolationsräume stehen zur Verfügung.

Wenn man glaubt, erkrankt zu sein, wie sollte man dann reagieren?
Unbedingt telefonisch Kontakt mit Spezialisten aufnehmen und auf keinen Fall in einem überfüllten Warteraum Platz nehmen.

Sie nehmen Ängste ernst.
Man sollte das Coronavirus ernst nehmen, aber in der Realität gibt’s derzeit eine Grippewelle, die ist viel weiter verbreitet und sehr gefährlich. Übertriebene Sorgen wegen des Virus’ sind daher nicht angebracht.

Wie leicht kann man sich mit dem Coronavirus anstecken?
Um das Coronavirus zu übertragen, reicht es nicht, angehustet zu werden. Es ist schon intensiverer Kontakt nötig.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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