24.01.2020 07:31 |

Verbrecherjagd im Netz

Bundeskriminalamt stockt Team der „Cyber-Cops“ auf

Die virtuelle Welt als Spielwiese für Kriminelle aller Art. Im Kampf gegen Cybercrime gibt es im Bundeskriminalamt (BK) eine eigene Spezialeinheit. Jetzt soll das Team C4 deutlich vergrößert werden. Denn die Jagd auf Verbrecher verlagert sich immer mehr ins Internet.

In Wien fand dieser Tage die größte Fachtagung rund um Kriminalität in Verbindung mit virtuellen Währungen im deutschsprachigen Raum statt. Eine Materie, bei der die meisten Menschen wohl nur spanisch verstehen würden. Doch das Thema brennt unter den Fingernägeln und wird sogar im aktuellen Regierungsprogramm ausführlich behandelt. Die Statistik spricht nämlich eine klare Sprache: 2018 (für das Vorjahr liegen noch keine Zahlen vor) wurden knapp 20.000 Cybercrime-Anzeigen gezählt. Tendenz steigend.

Vor allem Kryptowährungen im Visier
Immer öfter sind virtuelle Währungen - etwa der Bitcoin - bei den Straftaten ein entscheidender Faktor, in den meisten Fällen geht es um Erpressung und diverse Betrugsmaschen. Im Kampf gegen die Internet-Kriminalität steht das C4 (Cybercrime-Competence-Center) im Bundeskriminalamt an vorderster Front.

Aufgrund der Tatsache, dass sich die Kriminalität immer mehr ins Internet verlagert, soll das Team der „Cyber Cops“ von derzeit 60 auf 120 Spezialisten verdoppelt werden. Für Trainingszwecke wurde sogar eine eigene Kryptowährung entwickelt. Mit dieser wird in Echtbetrieb geübt, wie man Kriminellen auf die Schliche kommt und gestohlenes Geld aufspüren kann.

Daten und Fakten

  • Kryptowährungen basieren auf verschlüsselten Datensätzen. Der Zahlungsverkehr wird in Blöcken gespeichert, das Buchungssystem nennt sich Blockchains.
  • Zu Übungszwecken hat das Bundeskriminalamt nun praktisch eine eigene Kryptowährung entwickelt. Diese hat zwar keinen finanziellen Wert und wird auch nicht gehandelt, funktioniert aber gleich. Damit sollen die Ermittler lernen, wie man kriminellen Geldflüssen auf die Spur kommt.
  • Seit 2018 sind die Behörden rechtlich und technisch in der Lage, Kryptowährung sicherzustellen - seither wurde bei 80 Hausdurchsuchungen virtuelles Geld im Wert von fünf Millionen Euro aufgespürt.

Kronen Zeitung

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