04.07.2010 19:34 |

Jubel in Rot-Weiß

Österreicherin gewinnt Ironman am Wörthersee

Gänsehautstimmung in Klagenfurt: Die Tirolerin Eva Dollinger hat am Sonntag den Ironman am Wörthersee gewonnen. Die 32-Jährige lief nach 9:18:50 Stunden im prallgefüllten Zielgelände neben dem Strandbad Klagenfurt ein. Dollinger ist die zweite österreichische Siegerin nach der Wahltirolerin Kate Allen, die 2003 und 2005 in Klagenfurt triumphiert hatte. Bei den Männern siegte neuerlich Marino Vanhoenacker - er blieb unter acht Stunden und verpasste nur knapp den Weltrekord.

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen - diese unglaubliche Distanz haben am Sonntag wieder mehr als 2.000 Athleten aus 55 Nationen in Kärnten in Angriff genommen. Ziel: "Ironman" zu werden! Wer es bis Mitternacht ins Ziel schaffte, zählte zu den "Eisernen".

Beeindruckende Bilder vom Ironman in der Infobox!

100.000 Fans haben die Teilnehmer - trotz teils heftigen Gewitters, das sich mit der Sonne matchte - am Streckenrand angefeuert. Für den größten Jubel sorgte wohl Eva Dollinger mit ihrem Überraschungssieg. Exakt 16 Minuten vor der zweitplatzierten Dänin Karina Ottosen überquerte sie die Ziellinie. "So ein Sieg ergibt sich", sagte die Tirolerin danach nüchtern. "Der Zeitpunkt war wahrscheinlich reif zum Gewinnen."

"Publikum hat mich ins Ziel getragen"
Emotionen zeigte die 32-Jährige aber doch. "Mir sind im Ziel die Tränen gekommen. Das Schwimmen war okay. Am Rad habe ich mich zurückgenommen, aber trotzdem Krämpfe bekommen. Der Regen war ein Segen. Meine Beine waren müde, aber das Publikum hat mich ins Ziel getragen."

Weltrekord vor Augen
Ins Ziel getragen wurde auch Seriensieger Marino Vanhoenacker! Der Belgier hat am Sonntag zum fünften Mal in Serie den Ironman in Klagenfurt gewonnen. Der Triathlon-Superstar blieb dabei erstmals unter acht Stunden - und das sogar recht deutlich. Unter frenetischem Jubel der Fans kam der 33-Jährige in der Zeit von 7:52:05 Stunden ins Ziel - die zweitbeste je in Kärnten erbrachte Marke. Zwischenzeitig war der Belgier sogar auf Weltrekordkurs. Letztlich fehlten ihm nur 1:38 Minuten auf die seit 13 Jahren bestehende Bestmarke.

Sieger brach in Tränen aus
"Ich werde wahrscheinlich nie mehr in meinem Leben schneller sein", so Vanhoenacker, der nach der Zielankunft in Tränen ausbrach und minutenlang liegen blieb. Beeindruckt war er selbst von seiner Marathon-Zeit von 2:42:03 - um neun Minuten schneller als bei seinem Vorjahreserfolg. "Diese Zeit war nur mit dem Publikum möglich, es ist das beste der Welt." Auf Rang zwei landete ebenfalls ein Belgier: Dennis Devriendt. Er hatte etwas mehr als 20 Minuten Rückstand auf seinen Landsmann Vanhoenacker.

Dritter Platz für Michael Weiss
Großen Jubel gab es auch um den Niederösterreicher Michael Weiss. Er kam in 8:14:50 als Dritter ins Ziel. Den Podestplatz hatte er mit 5:53 Minuten Vorsprung auf den Deutschen Markus Fachbach gut abgesichert, der Lokalmatador traute dem Guthaben aber nicht. "Ich habe bis zur Schlusslinie nicht glauben können, dass ich einen Stockerlplatz schaffe", erklärte Weiss. "In Wahrheit ist es mir nicht gut gegangen, ich wollte zwischendurch schon aufgeben." Was er zum Glück aber nicht tat...

"Hier war es schwieriger aufs Stockerl zu kommen als bei meinem Sieg vor zwei Monaten." Damals hatte der ehemalige Mountainbiker in Utah als erster Österreicher bei den Herren einen Ironman gewonnen.

Dopingvorwürfe im Hinterkopf
Reichlich Diskussionsstoff hatte es vor dem Rennen gegeben. Michael Weiss sah sich nicht zum ersten Mal mit Dopinganschuldigungen konfrontiert. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) leitete gegen ihn am Donnerstag ein Verfahren ein. Die NADA-Rechtskommission lehnte aber den Antrag auf vorläufige Suspendierung des Athleten ab, wodurch Weiss nach vielen Diskussionen doch seinen ersten Ironman in Klagenfurt bestreiten konnte.

"Ich wollte das wegstecken, aber das gelingt nicht so einfach", meinte Weiss nach Platz drei. Er wolle nun alle Vorwürfe aufklären. Fix ist aber: Der erste Sieg eines Österreichers beim Kärntnen-Ironman lässt weiter auf sich warten.

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