21.01.2020 06:05 |

Am Pass Thurn

Ölleitung läuft an den Chalets vorbei

Rund 42 Millionen Tonnen Rohöl werden jährlich durch die Transalpine Ölleitung vom Hafen Triest bis nach Karlsruhe gepumpt. Die Leitung mit einem Meter Durchmesser verläuft auch durch Mittersill, direkt an der geplanten Luxus-Chaletanlage am Pass Thurn vorbei. Ein Sicherheitsrisiko, befürchtet die SPÖ.

Mit einem gratis E-Porsche zu jedem gekauften Chalet hat das Luxus-Hotelprojekt am Pass Thurn mediales Aufsehen erregt. Ebenso die Tatsache, dass es direkt neben dem geschützten Naturdenkmal Wasenmoos errichtet wird. Mit dem Baustart kamen Proteste und die Kritik an dem beispiellosen Projekt reißt nicht ab. Nun bereitet die Transalpine Ölleitung Sorgen. Die ein Meter dicken Rohre laufen nämlich direkt am geplanten Hotel-Areal vorbei. „Da drängt sich nicht nur die Sicherheitsfrage auf“, gibt SPÖ-Landtagsabgeordnete und Umweltschutzsprecherin Karin Dollinger zu bedenken. „Wer sich den Verlauf der Leitung in Österreich ansieht, stellt fest, dass sie sorgfältig außerhalb des Siedlungsgebietes geführt wird. Nur in wenigen Fällen läuft sie an einzelstehenden Häusern vorbei. Nicht umsonst wird zu diesem pulsierenden Rohr Abstand gehalten“, ist Dollinger überzeugt. Sie wird dazu in der nächsten Haussitzung des Landtags eine dringliche Anfrage einbringen.

Die Mindestabstände werden eingehalten
Eine erste Nachfrage bei der Österreich-Niederlassung der Leitung bestärkt sie darin. Zwar werde der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von fünf Metern bei Überbauungen eingehalten, aber: „Die Leitungsbetreiber sind selbst nicht glücklich damit. Man stelle sich nur vor, die Leitung wird beschädigt und das Öl strömt ins geschützte Wasenmoos!“, so Dollinger.

In Tiroler Siedlung bebte bereits die Erde
Für Probleme sorgte die Leitung im Jahr 2014 in Tirol. Im Siedlungsgebiet von Reith bei Kitzbühel begann eine ganze Wiese zu beben. Auf vier Grundparzellen, unter denen die Leitung verläuft, bemerkten die Anrainer deutliche Schwingungen. Die Österreich-Niederlassung bestätigte, dass die Leitung die Ursache dafür war – daraufhin wurde eine weitere Bebauung untersagt. In Mittersill hat Bürgermeister Wolfgang Viertler keine Bedenken: „Die Leitungsbetreiber haben ganz klare Sicherheitsbestimmungen und strenge Auflagen, die werden eingehalten – ohne Kompromisse.“

Auch in Neukirchen geht Verbauung weiter
Auch in Neukirchen ist der Wildwuchs an Aparthotels ungebremst, insbesondere rund um die Talstation der Wildkogelbahn. Erst im Dezember wurden 54 Appartments eröffnet, die nächste Anlage in unmittelbarer Nähe steht bereits in den Startlöchern.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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