09.01.2020 14:16 |

Bruchpiloten unterwegs

Skiunfälle kosten jährlich rund 790 Millionen Euro

Unglücke beim Skifahren sind mit rund 791 Millionen Euro die teuersten Sportunfälle Österreichs. Wie eine aktuelle Auswertung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) ergab, betragen die Folgekosten eines Unfalls auf der Piste durchschnittlich 30.800 Euro. Mehr als 25.600 Menschen verletzen sich jährlich bei Skiunfällen schwer.

Unter Unfallfolgekosten fallen unter anderem Kosten für die medizinische Behandlung, die Blautlichtorganisationen ebenso wie Verwaltungskosten. „Sowohl in Summe als auch bei Betrachtung von Einzelfallkosten nehmen Unfallfolgekosten von Skisportunfällen in Österreich mit 791 Millionen Euro Rang eins der teuersten Sportunfälle ein“, wurde Ilona Schöppl, Leiterin des Bereichs Haushalts-, Freizeit- und Sportsicherheit im KFV, am Donnerstag in einer Aussendung zitiert.

Hohe Leistungspotenzialverluste
Einerseits erklären sich die hohen Kosten dadurch, dass Skifahren nach wie vor ein Breitensport ist - 3,2 Millionen Österreicher üben ihn gelegentlich und 1,6 Millionen regelmäßig aus -, andererseits führen die Verletzungen zu hohen Leistungspotenzialverlusten. „Trotz der vielen Verunfallten gehört, nach den ausübenden Stunden und der Anzahl der Ausübenden betrachtet, moderates Skifahren, bei Verwendung der Schutzausrüstung, nicht zu den risikoreichen Sportarten.“

Selbstüberschätzung, mangelnde Kondition, zu hohes Tempo
Gebrochene Knochen und Sehnenverletzungen nach Stürzen machen den Großteil der Unfälle aus. Kopfverletzungen sind laut dem KFV aufgrund der hohen Helmtragequote tendenziell rückläufig. Neben Selbstüberschätzung und mangelnder Kondition sind viele Sportler mit zu hohen Geschwindigkeiten unterwegs. Ein Drittel (35 Prozent) der Bruchpiloten auf der Piste, die an sich ein Quartier für einen längeren Aufenthalt gebucht haben, verunfallen bereits am ersten Tag. Mehr als 20 Prozent der verunfallten Skifahrer sind zwischen 45 und 55 Jahre alt.

Verletzte beim Skifahren nach Bundesländern pro Jahr: In Kärnten ist jährlich von rund 2300 Unfallopfern auszugehen, in Niederösterreich von 2100. In Oberösterreich sind es rund 3300, in Salzburg gar etwa 5800, was in Österreich den Spitzenplatz bedeutet. In der Steiermark verunglücken jedes Jahr rund 4400 Skifahrer schwer, in Tirol rund 5400 und in Vorarlberg etwa 2300 (gesamt: 25.600).

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