02.01.2020 14:30 |

Dichtestes Messnetz

Station 204 sendet nun vom Predigberg über Galtür

Auf dem Predigberg über Galtür hat der Tiroler Lawinenwarndienst jetzt die bereits 204. Schneestation im Land aufgestellt. Die „Krone“ war bei den heiklen Arbeiten dabei.

In 2400 Meter Höhe auf einem Plateau unter dem Gipfel des Predigbergs wurde bereits im Sommer unter der Leitung von Paul Kößler, im Lawinenwarndienst zuständig für die technischen Bereiche, das Fundament für die Schneestation gegraben. Jetzt war die Montage der Station geplant. Der Föhnsturm, der über Tirol fegte, bildete die große Unbekannte im Vorfeld der heiklen Arbeiten.

Galtür, 8 Uhr morgens. Die letzten Test an dem Masten mit den hochmodernen technischen Einrichtungen, der bald alle Daten rund um den Schnee erfassen soll, werden gemacht. Techniker Norbert Kuen von der Vorarlberger Spezialfirma, von der die Messtechnik stammt, hat die Schneestation mit dem Pkw-Anhänger angeliefert. Pilot André Mühlematter der Heli Austria befindet sich mit der Bell 412 im Anflug auf Galtür, um Team und Station die rund 800 Höhenmeter auf den Berg zu bringen. Wegen des Föhnsturms hat er an diesem Tag Verspätung.

Eingespieltes Team
In Galtür erhält er von Paul Kößler zunächst Infos über den Standort. Beide bilden seit Jahren ein eingespieltes Team bei der Errichtung und Wartung von Wetterstationen. Wie es aussieht, spielt der Wind am Predigberg keine Rolle.

Dafür ist das Fundament für die Station total zugeschneit. Kößler und Techniker Kuen müssen es mit Lawinenschaufeln ausgraben und geben Heli-Pilot Mühlematter dann grünes Licht für den Anflug mit der Station auf den Berg.

Die Bell 412 schraubt sich langsam mit dem am Tau hängenden, etwa 350 Kilogramm schweren Masten, nach oben. Mit an Bord befindet sich Flughelfer Ralf Witting, der das Bindeglied zwischen Helikopter und Kößler spielt. In Millimeterarbeit wird die Station hinabgelassen und verankert. Es scheint fast, als wäre die Arbeit Routine für alle.

Daten sofort im Netz
Während der Helikopter landet, klettern Kößler und Kuen auf den Masten, nehmen Einstellungen vor und checken die Technik im Kasten, der vorne angebracht ist. Schließlich wird die Station in Betrieb genommen. Geglückt: Sie misst sofort Daten wie Schneehöhe, Oberflächen- und Lufttemperatur sowie Globalstrahlung (Bestrahlung durch die Sonne). Kößler: „Alle bereits im Internet abrufbar.“

Wir fliegen über den Umweg Jamtalhütte zurück nach Galtür. Im Jamtal zeigt der Föhn sein brutales Gesicht. Wartungsarbeiten an anderen Stationen in der Umgebung müssen daher verschoben werden. Dafür liefert Schneestation Nr. 204 bereits wichtige Daten.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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