Es ist ganz sicher manchmal ein belastender Beruf, und auch einer, den man mögen muss – jener der Lebensmittelkontrollore. Sie müssen nämlich streng, aber gerecht und ohne Emotionen entscheiden. Da kann es schon passieren, dass Existenzen zerstört werden. "Es gibt leider immer wieder Unbelehrbare", weiß der Chef der Lebensmittelkontrolle, Gernot Handler. "Zum Glück ist's aber nur ein ganz kleiner Prozentsatz."
Die "Steirerkrone" hat sich an die Fersen der Lebensmittel-Detektive geheftet und sie zuerst zu einer - angekündigten - Kontrolle bei der Firma "Steirerkraft" in St. Ruprecht/Raab begleitet. Bei einem Vorabgespräch wird der Kontrollor, in diesem Fall Franz Strempfl (im Bild), auf den neuesten Stand gebracht. Qualitätsmanagerin Astrid Rauch muss Rede und Antwort stehen - und macht das mit Bravour. "Ich bin ja auch schon vier Jahre dabei. Da weiß man Bescheid", schmunzelt sie.
Wer auf Qualität achtet, wählt heimische Produkte
"Wir haben uns die Herkunftssicherheit hoch auf die Fahne geheftet", betont Geschäftsführer Franz Seidl. Bei jedem Kürbiskern, der zu Knabbereien oder Öl verarbeitet wird, ist klar, wo er herkommt. Wer's billiger will, nimmt den aus China, wer auf Qualität achtet, den aus der Steiermark. Gleiches gilt auch für die Käferbohnen, die getrockneten Apfelringe oder wonach es einem sonst gelüstet. Bei der Verarbeitung schreitet dann der Kontrollor zur Tat.
Dem Auge von Franz Strempfl entgeht nichts. Egal, ob es eine schmutzige Kiste ist, eine neue Belüftungsanlage ("Wann wurde die das letzte Mal gewartet?") oder wo der Stapler angefahren ist - "das sollte repariert werden". Alles wird von ihm genauestens notiert. Für den Laien ist dabei augenscheinlich alles in bester Ordnung.
Ortswechsel: die Buschenschank Lazarus an der Schilcherweinstraße. Zuerst steht auch hier die Eigenkontrolle auf dem Programm. Wo wurden Schädlingsmaßnahmen ergriffen, wurde die Kühltemperatur kontrolliert, wird der Hygieneplan eingehalten? Dann zieht "Detektivin" Sabine Pucher ihren Mantel über und macht sich mit "Lehrling" Angelika Adam ans Werk.
"Die Dichtungen am Schankomat gehören ausgetauscht", erklärt sie der Chefin Erika Lazarus. "Die Silikonfugen sollten ausgebessert werden, sonst nistet sich Kleingetier ein." Ihrem Auge entgeht nichts. Auch nicht, ob die Waage geeicht ist oder die Kühllade die richtige Temperatur hat. "Der Betrieb ist super. Da hab ich schon anderes gesehen", sagt die Kontrollorin.
"Wir sind ja selber bestrebt, dass alles passt", ist Senior-Chef Sepp Lazarus trotz Kontrolle entspannt. Und eines weiß er auch: Die letzte ist es nicht gewesen…
Daten & Fakten
von Eva Molitschnig, "Steirerkrone"
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