28.07.2004 13:33 |

Olympische Spiele

Athen in Umweltfragen disqualifiziert

„Athen hat das Olympialimit für Grüne Spiele nicht erreicht!“ Das sagte Nikos Charalambides, Greenpeace-Sprecher in Griechenland, bei der Präsentation eines Reports, der der Frage nachging, wie umweltfreundlich die Olympischen Sommerspiele 2004 sein werden. Das Ergebnis: "Athen hat nichts aus den Olympischen Spielen in Sydney gelernt und den laufenden Prozess in Richtung nachhaltige Spiele gründlich verschlafen."
Die Bewerbungsunterlagen für die heurigenSommerspiele waren durchaus ambitioniert: "Die Olympischen Spielesind eine Herausforderung und eine Chance gleichermaßen,Programme zu implementieren, die umweltfreundlich sind und inÜbereinstimmung stehen mit den Prinzipien einer nachhaltigenEntwicklung", hieß es ursprünglich. Sydney war nochgeprägt von Erneuerbarer Energie und ökologischem Bauen.In Athen ist davon nichts mehr zu spüren.
 
Besonders erschütternd ist das Versagen derAthener Organisatoren im Bereich Erneuerbare Energie: UrsprünglichesZiel des ATHOC war, dass der gesamte olympische Energieverbrauchaus erneuerbaren Quellen stammen soll. Heute ist klar, dass derAnteil vernachlässigbar gering sein wird. "Die lange Listeder Versäumnisse zeigt klar, dass ohne klaren politischenWillen keine Fortschritte möglich sind", kommentiert Charalambides."Athen wird in Umweltfragen weit hinter Sydney zurückbleiben.Der Abstand ist so groß, dass Athen in diesem Rennen disqualifiziertwerden muss."
 
Im Bereich des öffentlichen Verkehrs gibt esdeutliche Verbesserungen, vor allem was den Ausbau des U-Bahn-Netzesangeht. Einige Sponsoren (Coca Cola, McDonald's, Unilever) werdenauf Kühlsysteme mit Fluorierten Kohlenwasserstoffen (FKW)verzichten. Diese Initiative unter dem Namen "Refrigerants Naturally"ist für Greenpeace ein Meilenstein in der Kampagne zum Schutzdes Klimas. Im Vorlauf zu den Olympischen Spielen in Sydney 2000hatte Greenpeace die Firmen zum Ausstieg aus der FKW-Technologieaufgefordert.
 
Das IOC, das Internationale Olympische Komitee,ist dafür verantwortlich, dass Olympische Spiele möglichstgeringe Umweltauswirkungen haben. Die Athener Organisatoren sindin Umweltfragen aber jeder Auseinandersetzung mit Regierung undBehörden aus dem Weg gegangen. Dabei hätte die griechischeRegierung ausreichend Geld und Zeit gehabt sicherzustellen, dassdiese Spiele "Grüne" Spiele werden. Stattdessen haben siesich für das absolute Minimum an Umweltschutz entschieden."Das IOC muss die nationalen Komitees stärker in die Pflichtnehmen. Es braucht klare Umweltrichtlinien, schon währendder Bewerbungsphase", so Charalambides abschließend. "Wenndas IOC nicht für klare Rahmenbedingungen sorgen kann, dannsoll es aufhören, die Umwelt als Olympische Säule zubezeichnen. In Athen klingt das bloß wie ein schlechterWitz."
Dienstag, 18. Mai 2021
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