Debatte um Urteil

Auf Einbrecher geschossen: „Das war keine Notwehr“

Weil er einem flüchtigen Einbrecher in St. Valentin nachgeschossen und schwer verletzt hatte, ist ein Hausbesitzer (62) am Mittwoch zu acht Monaten unbedingter Haft verurteilt worden - nicht rechtskräftig. Die Entscheidung des Richters ließ im „Krone“-Forum die Wogen hochgehen. Die meisten Leser empfinden das als glattes Fehlurteil. Doch einige können das Urteil sehr wohl nachvollziehen.

Für Userin Demeter ist es eine Frage der Sicherheit, ob man sich gegen Kriminelle wehrt, die in die eigenen vier Wände einbrechen. „Besser der Einbrecher bekommt ein paar Kugeln (in den Allerwertesten oder auch weiter oben) als der Hausbesitzer muss um sein eigenes Leben fürchten, wenn der Einbrecher nach einiger Zeit wiederkommt und Rache verübt“, meint er im Diskussionsforum. Für Wienerwuerstel ist der Einbrecher selber schuld, dass er verletzt wurde. „Wer hat es herausgefordert? Ich glaube nicht, dass der Hausbesitzer auf die Straße gegangen ist und wahllos auf Passanten geschossen hat.“

Wäre Einbrecher ohne Verletzung gefasst worden?
Burlino gibt zu denken, dass die Einbrecher wahrscheinlich nie erwischt worden wären, wenn nicht einer der beiden verletzt worden wäre. Das meint auch DavidEs: „Ohne den Schuss ins Bein wäre der Einbrecher wieder daheim und keiner würde ihn finden. Da macht einer den Job der Polizei zu 90 Prozent und wird auch noch bestraft. Das ist nicht mehr witzig, man sollte auf die Straße gehen.“ Amazonefan hätte wohl so wie der Hausbesitzer gehandelt: „Das wäre es mir wert!“

Keine Notwehr, aber: „Natürlich gehören die Einbrecher bestraft“
Der Hausbesitzer war auch wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt worden - die Pistole hatte er illegal besessen. GodEmperor meint dazu: „In einer echten Notwehrsituation spielt das keine Rolle.“ Das Problem sei allerdings, dass es eben keine Notwehr gewesen sei. „Vom Fenster aus Einbrechern nachzuschießen ist in keinem Land der Welt Notwehr.“ Für Batman ist der Rechtsspruch ein positives Zeichen: „Dieser Fall zeigt eindeutig, dass in Österreich ein Menschenleben immer noch vor Besitz kommt. Natürlich gehören die Einbrecher bestraft. Genauso ist aber auch das Urteil gegenüber dem Schützen richtig.“

Die Leserin Prione wurde in der Vergangenheit selbst Opfer eines Hauseinbruchs - während die gesamte Familie schlief. „Ich bin heilfroh, dass damals keiner aufgewacht ist und schon gar keiner den Helden spielen wollte“, erklärt sie. Dennoch findet sie das Verhalten des 62-Jährigen nicht in Ordnung: „Und das, was dieser Herr hier gemacht hat, war trotzdem keine Notwehr."

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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