05.12.2019 06:00 |

Kirche geschändet

Kostbares Altarkreuz in Grazer Mühlgang versenkt

Eine frevelhafte Tat mitten in der Adventzeit sorgt für Empörung in Graz: Ein psychisch Kranker schändete die Kirche St. Andrä, riss das Kruzifix aus dem Altar und schleuderte es in den Mühlgang. Am Mittwoch wurde das 50.000-Euro-Kreuz aus dem Jahr 1750 geborgen - dafür musste sogar der gesamte Kanal abgelassen werden!

Die Kirche St. Andrä im Grazer Bezirk Gries hatte bereits 2017 überregionale Bekanntheit erlangt, als ihr Pfarrer Hermann Glettler zum Tiroler Bischof ernannt wurde. Nun wurde seine Heimatkirche schwer verwüstet: Über mehrere Tage hinweg beschmierte ein vorerst Unbekannter den Hochaltar mit Ketchup, kritzelte ein Hakenkreuz darauf und platzierte Schuhe und ein Kondom im Sakralraum.

Zuletzt riss er das Altarkreuz aus der Verankerung und stellte Energydrink-Dosen an dessen Stelle. Der blasphemische Spuk endete erst, als Mesner Karl Haas den Täter auf frischer Tat ertappte. „Er wollte mich immer wieder attackieren, aber ich konnte ihn festhalten, bis die Polizei eintraf“, schildert der ehrenamtliche Pfarrmitarbeiter die dramatischen Ereignisse der „Krone“.

Kruzifix ist 50.000 Euro wert
Im Verhör gestand der geistig verwirrte Mann, das Altarkreuz in den Mühlgang geworfen zu haben. „Da das Kruzifix aus dem Jahr 1750 stammt und 50.000 Euro wert ist, haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit der Mühlgang abgelassen wird“, so Haas. Der Mühlgang-Verwalter Heimo Ecker-Eckhofen erklärte sich sofort dazu bereit, musste vorher aber sämtliche Kraftwerksbetreiber und Wassernutzer - wie die AVL und das Fernheizwerk Puchstraße - verständigen. 

Spektakulär: Kanal wurde abgelassen
Mittwochfrüh startete dann bei minus drei Grad die aufsehenerregende Aktion nahe der St.-Andrä-Kirche. Als alle Zuläufe gesperrt waren, sank der Wasserspiegel des Kanals, der durch das Grazer Stadtgebiet führt, Zentimeter für Zentimeter - bis das goldene Kreuz aus dem Schlamm ragte.

Diakon Josef Gsell nahm das kostbare Sakralkunstwerk sofort in Augenschein: „Gott sei Dank sind nur kleine Schäden entstanden“, zeigte er sich schließlich erleichtert.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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