Ein heikler Fall! Mit Entsetzen erinnern sich Natascha und Harald St. an den 20. November 2009. "Plötzlich standen Jugendamt, Polizei und ein Arzt vor der Tür und nahmen unsere sechsjährige Tochter mit, weil wir sie angeblich misshandelt hätten", schildert die Mutter.
Auslöser dafür waren blaue Flecken an Armen und Beinen des Mädchens, die eine Lehrerin der Volksschule Güssing misstrauisch gemacht hatten. Bereits damals hatte der Stiefvater des Kindes erklärt: "Mariah ist ein lebhaftes Mädchen. Deshalb fällt sie öfters hin oder stößt sich an Tischkanten."
Mädchen in Pädagogik-Zentrum untergebracht
Für die Eltern begann danach ein amtlicher Spießrutenlauf. Nur selten durften sie in den letzten Monaten die Tochter sehen. Sie befindet sich in einem heilpädagogischen Zentrum. Erster Lichtblick für die Familie: Mitte Mai stellte die Staatsanwaltschaft in Eisenstadt das Ermittlungsverfahren gegen Natascha und Harald St. ein, "weil kein tatsächlicher Grund zu einer weiteren Verfolgung besteht".
"Mariah darf aber noch immer nicht zu uns", sagen die verzweifelten Eltern. Während sich die Bezirksbehörde bedeckt hält, kündigt Harald St. elf Anzeigen an - unter anderem gegen die Schulleiterin und das Jugendamt.
von Karl Grammer, Kronen Zeitung
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