16.11.2019 11:30 |

Hohes Unfallrisiko

Eisenbahnkreuzungen als unterschätzte Gefahr

Technisch ungesicherte Bahnübergänge bergen ein hohes Unfallrisiko. Bund, Länder und nicht zuletzt die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) versuchen, gefährliche Kreuzungen zu reduzieren. Jährlich werden an die 25 Millionen Euro in die Sicherung investiert. Zudem soll die neue Kampagne „Pass auf dich auf“ für mehr Bewusstseinsbildung sorgen…

Züge können nicht ausweichen und haben einen weitaus längeren Anhalteweg als Autos. Umstände, die im schlimmsten Fall für ein tödliches Ende sorgen: 62 Unfälle ereigneten sich österreichweit im Vorjahr an Eisenbahnkreuzungen, fünf Menschen starben. Hinzu kommen viele „andere“ Unfälle an Gleisanlagen, wobei 2018 insgesamt 23 Menschen wegen unüberlegtem Handeln und Leichtsinn zum Teil schwer verunglückt sind. Auch hier gab es Tote.

Neue Kampagne
Die ÖBB starten deshalb jeden Herbst eine neue Sicherheitskampagne, um auf die Gefahren rund um die Schienen aufmerksam zu machen. Dabei setze man stark auf Bewusstseinsbildung und Eigenverantwortung. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene werden angehalten, ihr Leben zu genießen - aber an Bahnanlagen Vorsicht walten zu lassen. Die neuen Sujets sollen aufrütteln und zeigen deshalb die schwerwiegenden Folgen von derartigen Unfällen.

Technisch ungesicherte Übergänge bergen hohes Risiko
Parallel zur Bewusstseinsbildung sind die ÖBB, gemeinsam mit Bund und Ländern, bemüht, Bahnkreuzungen zu reduzieren. Denn: „Die sicherste Eisenbahnkreuzung ist keine Eisenbahnkreuzung“, sagt Pressesprecher Christoph Gasser-Mair im „Krone“-Gespräch.

Gerade an technisch ungesicherten Bahnübergängen ereignen sich immer wieder fatale Unfälle, wie etwa im September in Musau, als ein Rettungsauto und ein Zug kollidierten. Ein Mann (54) wurde dabei schwer verletzt, zwei Sanitäter erlitten einen Schock.

Millionen Euro werden investiert
„Gemäß der Eisenbahnkreuzungsverordnung von 2012 werden alle Eisenbahnkreuzungen in Österreich bis 2024 von der Behörde überprüft, die in weiterer Folge über Sicherungsmaßnahmen entscheidet“, erklärt Gasser-Mair. Jährlich investieren die ÖBB dafür 25 Millionen Euro.

In Tirol gibt es aktuell 127 ÖBB-Bahnübergänge, davon sind 76 technisch gesichert, etwa durch Lichtzeichen und/oder Schranken, 51 sind nicht technisch gesichert. „Im Außerfern wurden 2018 fünf bislang technisch nicht gesicherte Bahnkreuzungen durch Lichtzeichen oder Schranken gesichert. Weitere Übergänge wurden aufgelassen, einige modernisiert“, sagt Gasser-Mair. Auch an vielen anderen Orten wie etwa in Kitzbühel, Innsbruck und Osttirol seien Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit getroffen worden.

„All das zeigt Wirkung“, betont Gasser-Mair, „die Unfallzahlen sind deutlich gesunken: Waren es 2008 bundesweit noch 108 Unfälle mit 19 Toten und 44 Verletzten, waren es zehn Jahre später 62 Unfälle mit 5 Toten und 28 Verletzten.“ Weil aber jeder Unfall einer zu viel ist, werden die Anstrengungen weiter verstärkt, heißt es. Denn: „Die sicherste Eisenbahnkreuzung ist keine Eisenbahnkreuzung.“

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