02.11.2019 11:21 |

350 Tonnen

ÖBB-Brücke am Pass Lueg erfolgreich eingehoben

Nach monatelanger und genau geplanter Vorarbeit konnte am Freitag am Pass Lueg das zweite der beiden neuen ÖBB-Brückentragwerke über die Salzach eingehoben werden. Ein 670 Tonnen schwerer Spezialkran setzte das neue Bauwerk millimetergenau ab. Die ÖBB haben für eine hochwertige Bahninfrastruktur in die neuen Brücken und die Erneuerung einer Lawinengalerie 11,5 Millionen Euro investiert.

Mit einem spektakulären Höhepunkt ging am Nachmittag trotz schwieriger Windverhältnisse die Brückenerneuerung der ÖBB am Pass Lueg in die finale Phase. Nachdem die alte Eisenbahnbrücke am Mittwoch ausgehoben und abtransportiert wurde, konnte am Freitag die neue und moderne Stahlkonstruktion über die Salzach mittels Spezialkran in Millimeterarbeit an ihren endgültigen Einsatzort gehoben werden. Das Tragwerk der Salzachbrücke ist 70 Meter lang, zehn Meter hoch und wiegt 350 Tonnen. Im Vorfeld waren bereits die Widerlager, auf denen die Brücke aufliegt, komplett erneuert worden. Bereits im Vorjahr wurde das Tragwerk für das erste der beiden Streckengleise in diesem Bereich der Tauernstrecke ausgetauscht.

Die exakte Umsetzung des rund zweijährigen Bauvorhabens wurde durch die gute Zusammenarbeit der ausführenden Baufirmen mit den ÖBB sichergestellt, so Projektleiter Christian Höss: „Der Bau war allein aufgrund der Platzverhältnisse in der Schlucht eine Herausforderung und wurde durch ein starkes Team und verlässliche Partner perfekt umgesetzt.“ Damit die Fahrgäste in Salzburg auch in Zukunft sicher und pünktlich unterwegs sind, investiert die ÖBB-Infrastruktur AG in zeitgemäße Bahninfrastruktur: 77 Millionen Euro werden 2019 im gesamten Bundesland für attraktives Bahnfahren in die Hand genommen - bis 2023 sind es sogar rund 507 Millionen Euro. Für die Erneuerung der beiden Brücken und der angrenzenden Lawinengalerie investieren die ÖBB rund 11,5 Millionen Euro.

Millimeter- und minutengenaue Arbeiten
Das neue Brückentragwerk wurde aufgrund der Platzverhältnisse in der Schlucht rund 300 Meter vom endgültigen Brückenstandort entfernt zusammengebaut. Vor den Arbeiten mit dem 670 Tonnen schweren Kran musste die Fachwerkskonstruktion aus Stahl mit einem Spezialtransporter über die B159 zur Brückenbaustelle gefahren werden. Auch der Platz für den beeindruckenden Raupenkran musste bereits im Vorjahr vorbereitet werden - das Fundament musste bei den Hubarbeiten einem Gesamtgewicht von über 1000 Tonnen standhalten. Bereits im Vorjahr wurde das erste der beiden Brückentragwerke über die Salzach erfolgreich ausgetauscht. Auch damals wurden die Arbeiten auf den Millimeter, und um den laufenden Bahnbetrieb am Nebengleis nicht zu beeinträchtigen, minutengenau fertiggestellt. Aufgrund schwieriger Windverhältnisse konnte erst das dritte Zeitfenster für die Arbeiten genutzt werden.

Aufwendige Schienenverlegung auf der Brücke
Der erste Zug wird Ende November nach einem Belastungstest über die neue Brücke fahren können. Davor werden darauf die neuen Gleisanlagen verlegt. Eine weitere, aber mittlerweile gewohnte Herausforderung für die Experten der ÖBB: Das Gleis verläuft aufgrund der Gegebenheiten der Strecke auf der Brücke in einem leichten Bogen. Alle Schwellen müssen deshalb extra angepasst werden und die Schienen mit viel Aufwand und teilweise in Handarbeit verlegt werden. Die Bauarbeiten in diesem Abschnitt werden von den ÖBB gleich für ein weiteres Projekt genutzt. Während der Brückenbauarbeiten finden bis Ende November auch gleich im angrenzenden Ofenauer Tunnel Sanierungsarbeiten statt.

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