01.11.2019 13:01 |

Bestatter in Salzburg

Allerhand zu tun an Allerheiligen

Die Tage werden kürzer, die Natur bäumt sich ein letztes Mal gegen den nahenden Winter auf, bis die Blätter fallen. Kein Wunder, dass im Herbst auch der Gedanke an den Tod in unser Leben drängt. „Es sterben nicht mehr Menschen. Aber sie beschäftigen sich stärker mit dem Tod. Wir führen viele Beratungsgespräche“, sagt Claudia Jung vom Bestattungsunternehmen Jung in Salzburg-Maxglan.

Der Betrieb ist einer von 22 Bestattern im Bundesland. Sie führt das Unternehmen mit ihren Schwestern Barbara und Elisabeth in fünfter Generation. Bei Gesprächen bleibt es dabei nicht. Bestatter, das ist ein Beruf, in dem angepackt werden muss. Gerade bei Suiziden und Verkehrsunfällen braucht das eine starke Psyche. Die Bestatter holen die Verstorbenen am Todesort ab, rekonstruieren ihre Körper. „Die meisten Mitarbeiter sind über 35 Jahre alt. Man braucht Reife für den Beruf.“ Ihr Sohn schnupperte etwa ein Jahr in den Betrieb. Danach war erst einmal Schluss. Man habe zusammen entschieden, dass es noch zu früh für den 19-Jährigen sei. „Im Unternehmen müssen wir uns gegenseitig stützen“, sagt Jung. Für die meisten Bestatter sei es schwierig, neue Mitarbeiter zu finden. „Von 100 Leuten, die bei uns probearbeiten, machen fünf weiter.“


Beliebter als der Bestatterberuf sind Naturbeisetzungen. Heuer wählten 152 Menschen in der Mozartstadt diese Art der letzten Ruhe. Das sind bereits fünf mehr als im gesamten Vorjahr. Auch kommen um Allerheiligen mehr Trauernde zu den Grabwiesen und -wäldern des Grödiger Naturbestatters Pax Natura oder wollen selbst ein Beratungsgespräch. „Mehr Leute reservieren einen Platz“, sagt Geschäftsführerin Karin Seewald. Den Grund für das Wachstum sieht sie in der Naturverbundenheit, dem Wegfall der Grabpflege und: „Es gibt keine Grabauflösungen. Hier liegt man für immer.“

Christoph Laible
Christoph Laible
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