22.10.2019 13:59 |

Umgang mit Stotternden

Weltstottertag: Sprechen wir übers Sprechen

Wie kann oder soll man sich im Gespräch mit stotternden Menschen verhalten? Im Grunde ist das einfach: So wie bei jedem anderen auch.

Stotternde Menschen erhalten häufig Tipps wie „Atme tief durch“, „Lass dir Zeit“ oder gar „Sing doch“. Das mag vielleicht gut gemeint sein, hilft aber wirklich nicht. „Man sollte auf keinen Fall intervenieren, dass ist für das Gegenüber demütigend“, erklärt Logopädin Ev Wieser. Auch bei Kindern nicht. Denn stotternde Menschen sind nicht nervös oder unkonzentriert, sie wissen genau, was sie sagen wollen. Und, obwohl beim Singen tatsächlich niemand stottern muss, kann man von seinem Gegenüber ja nicht ernsthaft wollen, dass er einem vorsingt, klärt etwa die deutsche Selbsthilfe Stottern auf. Die Devise lautet also: Geduldig sein.

Der richtige Umgang
Als Elternteil solle man das Stottern zur Kenntnis nehmen und dem Kind etwas sagen wie, „heute hüpft es wieder ein bisschen, oder“, rät Wieser, die nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern am richtigen Umgang mit der Sprechstörung arbeitet.

Blickkontakt halten
Manche Menschen haben den Impuls wegzuschauen, wenn das Gegenüber stottert, das mache es aber nur schlimmer, sagt Reinhard Wieser. Betreten wegzublicken vermittelt Desinteresse, am besten sollte man also Blickkontakt halten – wie in jedem anderen höflichen Gespräch eben auch.

Geduld haben, ausreden lassen
„Viele Menschen neigen zudem dazu, die Sätze ihres Gesprächspartners zu vollenden“, erzählt Wieser von seinen Erfahrungen und rät davon ab. „Es ist unangenehm, wenn einem das Sprechen abgenommen wird“, sagt er. Deshalb gilt: Lieber ausstottern lassen. „Fühlt man sich angenommen und sicher wird das Sprechen oft von selbst flüssiger.“

Nachfragen
Versteht man etwas nicht, ist Nachfragen übrigens erlaubt – das ist besser, als aus Scham zu schweigen und sich zu missverstehen. Zudem zeigt es dem Stotternden, dass man ihn respektiert und es einem wichtig ist, die Aussage richtig zu verstehen.

Wer das Gefühl hat, sein Kind hat Schwierigkeiten beim Sprechen, sollte sich frühzeitig an die HSS–Klinik in Innsbruck wenden. Auch der Verein ÖSIS bietet Therapien an und weiß Rat.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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