Der SPÖ-Landeschef versuchte unter anderem unter Zitierung von Aussagen von Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) wiederholt zu vermitteln, dass Koralm- und Semmeringtunnel "mit Sicherheit" kommen würden und eine Evaluierung daran nichts ändern werde. Dennoch wurde deutlich, dass Zeitplan und technische Abwicklung und somit auch die Kosten noch nicht in Stein gemeißelt sind.
Voves rechnet mit Fertigstellung 2018
Immer mehr zum Knackpunkt wird dabei das Baulos "Koralmtunnel KAT2", das, laut Voves um Zeit zu gewinnen, von einem senkrechten Stollen aus hinter dem bereits erfolgten Haupttunnelanschlag Richtung Kärnten vorgetrieben werden soll. Da könne man überlegen, ob das nicht direkt über letzteren einfacher und günstiger wäre, so Voves sinngemäß. Bei einem derartigen Großprojekt komme es laut Voves auch nicht auf "ein, zwei Jahre" mehr an. Der Landeshauptmann rechne noch mit der "vertraglich festgelegten Fertigstellung 2018".
Auftragsvergabe für Baulos noch vor Wahl gefordert
Schon im Oktober 2009 stellte die ÖBB-Spitze allerdings klar, dass dieser Termin nicht vor Ende 2020 sei. Von einer Streckung nach hinten hält wiederum ÖVP-Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder wenig: Ein langsameres Bauen sei besonders teuer und keine Alternative. Genau auf das Baulos KAT2 legte es Edlinger-Ploder an: Sie forderte eine Auftragsvergabe noch vor der Wahl am 26. September - Voves wie auch die ÖBB hatten von "Spätherbst" gesprochen. Die Anbotseröffnung sei am 30. April erfolgt, und "wir wissen, dass die Anbote im Rahmen liegen und in Ordnung sind", so die ÖVP-Politikerin. Voves hatte zuvor gemeint, ihm sei zu Ohren gekommen, "dass es einen ziemlich eindeutigen Bestbieter geben könnte".
"Gefährliche Situation für Koralmtunnel"
Die 2003 zwischen den Ländern Steiermark und Kärnten und dem Bund abgeschlossen Verträge seien zivilrechtlich und im Falle eines Bruches mit Schadenersatzansprüchen verbunden, die man schon zu anderer Gelegenheit habe prüfen lassen, so die Verkehrslandesrätin. Edlinger-Ploder sieht derzeit eine "durchaus gefährliche Situation für den Koralmtunnel", die erst mit der Vergabe und dem Bau des größten Tunnelbauloses gebannt sei.
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