Finale ist eingeläutet

St. Pölten will den Kulturhauptstadt-Zuschlag

Der „Kulturcountdown“ läuft. Am 12. November fällt die Entscheidung um den Zuschlag als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2024. Ein neu gestalteter Domplatz, öffentliche Verkehrsmittel bis direkt vor die Eingangstüren der Spielstätten und umfassende politische Einigkeit sollen den Ausschlag für St. Pölten geben. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, St. Pöltens Stadtchef Matthias Stadler sowie Michael Duscher, der operative Chef des Bewerbungsteams, standen Nikolaus Frings im Interview Rede und Antwort.

„Krone“: Frau Landeshauptfrau, warum holt St. Pölten den Titel ?
Johanna Mikl-Leitner: Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam eine ausgezeichnete Bewerbung vorgelegt haben. St. Pölten und die Region – von den Bewohnern, übe die Kulturvereine und -Institutionen bis zur Wirtschaft und den Schulen – alle sind bereit, einen großen Schritt in die europäische Zukunft zu machen. Auch die politischen Weichen für die Bewerbung sind gestellt. Alle Entscheidungen im Gemeinderat und in der Landesregierung sind einstimmig gefallen. Ich denke, das zeigt, dass wir alle an einem Strang ziehen.

Wie lautet der Plan B, sollte es mit dem Zuschlag nicht klappen?
Johanna Mikl-Leitner: Wir hoffen natürlich nicht, dass ein Plan B notwendig ist. Trotzdem würden wir auch ohne Zuschlag vieles von dem umsetzen, was in den letzten beiden Jahren bereits mit viel Energie und Herzblut entwickelt wurde. Die Renovierung und Adaptierung der ehemaligen Synagoge, die Neugestaltung des Domplatzes et cetera. Darüber hinaus würden wir im Jahr 2024 statt einer Landesausstellung einen großen Landeskulturschwerpunkt in St. Pölten setzen, mit einem von Stadt und Land finanzierten Betriebs- und Programmbudget von rund 16 Millionen Euro.

Wie soll der Domplatz im Jahr 2024 aussehen, Herr Bürgermeister?
Matthias Stadler: Es geht darum, einen hochwertigen Platz zu schaffen, der sowohl für kulturelle Veranstaltungen, wie etwa ein jährliches Konzert des Tonkünstlerorchesters ab 2023 oder für „Film am Dom“, bestens genutzt werden kann als auch für den Markt, für Schanigärten sowie für liturgische Anlässe. Zuerst planen wir die Oberfläche, dann wird die Möblierung ausgeschrieben, und für 2024 planen wir eine besondere architektonische Intervention.

Wie ist die langfristige Strategie über das Jahr 2024 hinaus angelegt?
Matthias Stadler: St. Pölten ist eine Stadt im Aufbruch. Das zeigen die Bevölkerungs- und die Wirtschaftsdaten. Wir wollen mit diesem Fokus auf Europa und auch auf die Kultur klar aufzeigen, dass wir über den Tellerrand schauen und als ein Modell einer lebenswerten europäischen Mittelstadt der Zukunft neue Netzwerke aufbauen wollen.

Herr Duscher, das zweite Bewerbungsbuch ist abgegeben. Was ist jetzt noch zu tun?
Michael Duscher: Das Bid-Book, das unsere gesamte Bewerbung vom künstlerischen und kulturellen Programm über die Kulturinfrastruktur bis hin zu politischer Unterstützung beinhaltet, ist fertig und abgegeben. Ich kann verraten, da wird für jeden etwas dabei sein. Nun laufen die Vorbereitungen für den Besuch der EU-Jury am 9. und unsere Präsentation vor der Jury in Wien am 11. November.

Frau Landeshauptfrau, Mobilitätsmaßnahmen innerhalb der möglichen Kulturhauptstadt-Region wurden in Aussicht gestellt. Wie werden diese aussehen?
Johanna Mikl Leitner: Hier geht es weniger darum, für die Kulturhauptstadt völlig neue Projekte zu initiieren, als vielmehr Zeitpläne abzustimmen und Synergien zu nutzen. Das betrifft zum Beispiel die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Krems und St. Pölten, die im Jahr 2025 fertig werden soll. Hier werden wir darauf einwirken, dass diese Modernisierung für 2024 erfolgt. Darüber hinaus wollen wir, dass die Kulturhauptstadt-Spielstätten öffentlich erreichbar sind. Das ist hinsichtlich der Nachhaltigkeit, aber gerade auch touristisch unbedingt notwendig.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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