15 Jahre Haft drohen

Ex-Freundin (16) erdrosselt: Prozess gestartet

Diesen Anblick wird eine Mutter aus Wiener Neustadt wohl niemals vergessen: Unter einem Laubhaufen entdeckte sie Anfang des Jahres den Leichnam ihrer eigenen Tochter. Manuela K. wurde nur 16 Jahre alt. Ab Dienstag muss sich nun der Ex-Freund des Mädchens wegen Mordes vor Gericht verantworten. Dem 20-jährigen Syrer drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Yazan A. hatte dem Mädchen laut Anklage in der Nacht auf den 13. Jänner in Wiener Neustadt nachgestellt. Als die 16-Jährige sich gegen 6 Uhr nach einer Lokaltour auf den Heimweg machte, soll ihr der Syrer vorausgeeilt sein und sie im Anton-Wodica-Park abgepasst haben.

Dort soll er sie aus Eifersucht mit einem Gürtel erdrosselt haben. Die Leiche wurde einige Stunden später von der Mutter des Opfers entdeckt, der Verdächtige am selben Tag festgenommen.

Angeklagter spricht von Unfall
Der 20-Jährige bekannte sich vor dem Schwurgericht zum Tötungsdelikt nicht schuldig. „Ich habe Fehler gemacht, aber ich habe keinen Mord begangen“, sagte der Angeklagte. Seine Ex-Freundin sei durch einen Unfall ums Leben gekommen, meinte er. Die beiden hätten im Park Zärtlichkeiten ausgetauscht. Plötzlich sei ein heftiger Streit ausgebrochen, erzählte sein Anwalt Andreas Reichenbach. Dabei sei die 16-Jährige mit dem Hals auf die Banklehne geknallt. „Sie hat mir keine Antwort gegeben und hat komisch geschaut. Sie hat ausgeschaut wie tot, wie eine Leiche“, sagte der 20-Jährige. „Ich hab Panik und Angst bekommen“, schilderte der Angeklagte. „Es gibt nichts zu beschönigen, aber es gibt auch das Recht auf ein faires Verfahren“, gab sein Verteidiger zu bedenken.

Störung der Totenruhe
Dem 20-Jährigen wird aber auch Störung der Totenruhe angelastet - er soll den Leichnam geschändet haben. Außerdem werden ihm Körperverletzungsdelikte und versuchte schwere Nötigung vorgeworfen. Im Zuge der Trennung des Paares, das laut Staatsanwältin Antonella Baca von Eifersucht und obsessivem Verhalten vonseiten des Beschuldigten geprägt war, ließ der junge Mann der 16-Jährigen keine Ruhe und ging auch tätlich gegen das Mädchen vor. Im Zuge dessen soll der 20-Jährige auch auf den Stiefbruder und den Großcousin der 16-Jährigen mit einem Messer losgegangen sein und diese bedroht haben, weil sich diese in die Beziehung einmischten.

Es gab auch eine einstweilige Verfügung gegen den Beschuldigten, sich der 16-Jährigen nicht mehr zu nähern. „Da kehrte kurze Zeit Ruhe ein“, sagte die Staatsanwältin. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes gilt der Strafrahmen für junge Erwachsene (18 bis 21 Jahre), der bis zu 15 Jahre Haft vorsieht.

Yasan A. soll 2014 nach Österreich gekommen sein. Zweimal wurde er wegen Körperverletzung verurteilt, er fasste Geldstrafen aus. Besonders tragisch: Auch Manuela K. hatte den Syrer bereits im Dezember 2018 angezeigt - angeblich wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung.

Der Mordprozess ist auf drei Tage anberaumt, am Donnerstag wird ein Urteil erwartet.

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