11.09.2019 17:14 |

Pilotprojekt in Weiz

Die Steirer werfen zu viel Müll achtlos weg

Weg mit dem Dreck! Unfassbare fünf Millionen Kilo Müll werden in der Steiermark pro Jahr achtlos in der Natur entsorgt. Das Land will nun eine Bewusstseinsänderung einläuten - etwa mit einem Pilotprojekt aus Weiz.

Da bekommt der Ausdruck Wegwerfgesellschaft eine ganz neue Dimension: 560.000 Tonnen Abfall fallen in der Steiermark jährlich an - 2025 werden es sogar 600.000 Tonnen sein.

Besonders alarmierend: „Fünf Millionen Kilo Müll werden jedes Jahr achtlos im öffentlichen Raum entsorgt“, zeigt Umweltlandesrat Johann Seitinger auf, „also auf Wanderwegen, in Parkanlagen, oder der Müll wird einfach aus dem Auto geschmissen.“ Die Kosten für die Entsorgung belaufen sich auf 15 Millionen Euro jährlich, was fast dem steirischen Tourismusbudget entspricht

Dose braucht 400 Jahre zum Verrotten
Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass etwa eine Getränkedose 400 Jahre braucht, um zu verrotten, kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. „Was es deshalb braucht, sind bewusstseinsbildende Maßnahmen und technische Lösungen, die das Wegwerfen reduzieren und die Trennmoral erhöhen“, fährt Seitinger fort.

Oft noch Unsicherheit beim Trennen
Dabei kratzt die Steiermark mit einer Trennquote von 61 Prozent schon jetzt an der EU-Vorgabe von 65 Prozent. „Trotzdem erkennen wir, dass bei der richtigen Trennung oft noch Unsicherheit herrscht. Leicht verständliche Anleitungen zur richtigen Mülltrennung im öffentlichen Raum können der Schlüssel zum Erfolg sein“, hofft Ingrid Winter, Leiterin des Referats Abfallwirtschaft.

Strafen bis zu 8000 Euro
So wie etwa eine neue Trennstation, die der Abfallwirtschaftsverband Weiz entwickelt hat und wovon die ersten Modelle als Pilotversuch bereits aufgestellt wurden. Insgesamt 15 Stück dieser Abfallstationen 2.0 stehen jetzt in Sinabelkirchen, Markt Hartmannsdorf, Mitterdorf a. d. Raab, Anger/Weiz, Ratten und Birkfeld. Nach einem Jahr wird evaluiert, bewährt sich die oststeirische Erfindung, wird das Projekt auf die übrige Steiermark ausgerollt. Übrigens, wird man bei der „wilden“ Müllentsorgung in flagranti ertappt, drohen Strafen bis zu 8000 Euro.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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