10.09.2019 07:01 |

Hilferuf an Deutsche

Berlin empfing Hongkonger Aktivist als Ehrengast

Der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong ist am Montagabend auf dem Berliner Flughafen Tegel angekommen. Auf einem von der „Bild“-Zeitung organisierten Fest in der Hauptstadt sprach der 22-Jährige im Anschluss unter anderem mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas. Wong war am Sonntagmorgen vor seiner geplanten Abreise zunächst am Hongkonger Flughafen festgenommen worden.

Wong wurde vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben. Nach 24 Stunden kam er wieder auf freien Fuß und flog noch am Montag nach Deutschland. Wong war bereits Ende August für einige Stunden festgenommen und auf Kaution wieder freigelassen worden.

Maas hatte nach der Freilassung Wongs am Montag gesagt, es sei ein gutes Signal, dass der junge Demokratie-Kämpfer wieder auf freiem Fuß sei. „Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein fundamentales Prinzip. Es darf keinen Einschränkungen unterliegen“, twitterte er.

Wong bittet Deutsche „um Hilfe für unseren Kampf“
Der Aktivist zog einen Vergleich zu Deutschland, wie „Bild“ berichtet: „Wir haben den Eindruck, dass Hongkong wie Ostberlin zur Zeit des Kalten Krieges ist. Und gerade weil die Deutschen besonders in Berlin für die Freiheit gekämpft haben, bitte ich die Deutschen um Hilfe für unseren Kampf.“

Ende August war Wong wie seiner Mitstreiterin Agnes Chow vorgeworfen worden, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben. Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten.

Aktivisten fordern auch Ermittlungen zu Polizeigewalt
Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei enden. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

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