31.08.2019 06:55 |

70-Jahr-Jubiläum:

Steirische Landjugend hält die Traditionen hoch

Palmbuschen tragen, Maibaum aufstellen, Erntedankkronen binden: All diese Bräuche werden in der Landjugend aktiv gelebt. Der steirische Verband mit über 15.000 Mitgliedern feiert den 70. Geburtstag! Am Beispiel Deutschlandsberg zeigen sich Geschichte und Attraktion einer gar nicht verstaubten Organisation.

1949 wurde in Stainz die erste Landjugend im Bezirk Deutschlandsberg gegründet. Ein Jahr später zählte man bereits elf Ortsgruppen mit 300 Mitgliedern. Damals waren die Burschen allerdings noch unter sich. „Erst ab 1951 fanden auch Mädchen Aufnahme“, weiß Bezirksleiterin Magdalena Kappel (24) von der Landjugend Preding-Zwaring-Pöls. Heute sind bezirksweit über 600 junge Menschen dabei.

Nur 50 Prozent der Mitglieder von Bauernhöfen
Die Bildung im ländlichen Raum, die Landwirtschaft und Ernährung der Gesellschaft nennt Bezirksobmann Georg Waltl (21) als die Schwerpunkte der Anfangszeit. „Daraus sind in der Folge, vom Land auf die Beine gestellt, die ersten Landwirtschaftsschulen entstanden.“ Einst kamen die Mitglieder hauptsächlich aus dem bäuerlichen Milieu. Heute stammen bereits gut 50 Prozent aus anderen Gesellschaftsschichten.

Gemeinschaft ohne Parteibuch
Spielt Parteipolitik eine Rolle? „Heutzutage nicht mehr“, sagt Waltl. Galten ursprünglich Bildung und Landwirtschaft als führende Themen, so sind diese in den 1960er- und 1970er-Jahren um die Bereiche Sport, Gesellschaft und Kultur erweitert worden. Veränderungen und Erneuerungen haben auch die Bewerbe erfahren. Wurde etwa das Wettpflügen anno dazumal mit Ochsen durchgeführt, so stehen dafür heute modernste Traktoren zur Verfügung. Lediglich das Wettmähen wird nach wie vor mit der Sense ausgetragen.

Mit 14 Jahren kann man der Landjugend beitreten, die Obergrenze liegt bei 30 Jahren. Dann darf man nicht mehr an Bewerben teilnehmen. Was macht die Landjugend für junge Leute interessant? „Die Gemeinschaft zieht“, bringt es Kappel auf den Punkt. Auch viele Erfahrungen und Erlebnisse nimmt man in das Leben danach mit. Kappel: „Ich persönlich habe gelernt, vor vielen Leuten zu reden, wie man Projekte angeht und umsetzt, wie man Menschen durch die Gemeinschaft motiviert.“

Landjugend als Single-Börse
Georg Waltl ergänzt: "Bleiben werden die vielen Leute, die man kennenlernt. Aus Bekanntschaften werden Freundschaften. Ich sehe es auch positiv, dass man Kontakte für das spätere Leben nutzen kann.“

Und nicht zu vergessen: „Die Landjugend ist die beste Single-Börse!“, betont Waltl. Sie stiftet zahlreiche Beziehungen und Ehen. Nächstes Jahr werden etwa eine ehemalige Bezirksleiterin und ein einstiger Bezirksobmann heiraten.

Josef Fürbass/Melanie Tengg, Kronen Zeitung

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