28.08.2019 10:12 |

Milliardenerbe von VW

Wenn Piëchs Witwe heiratet, verliert sie alles

Die Autowelt nimmt Abschied von Ferdinand Piëch: Der ehemalige VW-Chef und geborene Wiener ist am Sonntagabend im Alter von 82 Jahren gestorben. An mehreren VW-Werken, darunter am Stammsitz in Wolfsburg und in Dresden, wurden die Fahnen auf halbmast gesetzt. Piëchs Witwe Ursula erklärte, ihr Mann sei „plötzlich und unerwartet“ verstorben. Sie ist nun die zentrale Figur, was den Nachlass des Autotycoons angeht.

Sein Erbe hat Piëch schon vor Jahren geregelt: In Österreich gründete er zwei Privatstiftungen, in welche sein Vermögen einfloss und über die er zu Lebzeiten alleine das Sagen hatte. Nun soll die 19 Jahre jüngere Ursula Piëch das Vermächtnis bewahren. Einzige Einschränkung der 38-seitigen Stiftungsurkunde, von der der „Focus“ im September 2010 berichtete: Wenn sich Ursula von Ferdinand trennt oder nach seinem Tod wieder heiratet, verliert sie ihre Macht in der Stiftung.

Uneheliche Kinder bekommen nur einen Sitz im Sitzungs-Beirat
Auch spannend: Die Kinder seiner unterschiedlichen Beziehungen gewichtet der Porsche-Enkel unterschiedlich. Je zwei Kinder aus den Ehen mit Ursula und Corina haben einen ständigen Sitz im mächtigen Sitzungs-Beirat, die unehelichen Kinder aus den Beziehungen mit Marlene Porsche und Herma H. hingegen nur je einen einfachen Sitz. Die Stiftungssatzung sorgt dafür, dass ein Verkauf der Firmenanteile durch die Erben so gut wie unmöglich wird. Sowohl Beirat als auch Vorstand plus neun Kinder müssten hier zustimmen. 

„Kein Recht, Erbe zu vergeuden“
Für das Verprassen von Erbschaften hatte Piëch zu Lebzeiten nicht das geringste Verständnis, wie er vor Jahren gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erklärte. „Erben ist eine Glückssache. Aber das ist kein Recht, es zu vergeuden.“

Das Portal „Vermögen Magazin“ schätzt das Vermögen von Piëch auf 1,1 Milliarden Euro, das der Familien Porsche und Piëch zusammen auf 37 Milliarden Euro. Seit 1984 waren Ursula und Ferdinand verheiratet, lebten zuletzt in Salzburg - sie war die vierte Frau an seiner Seite.

Piëch hat Volkswagen über zwei Jahrzehnte erst als Vorstands- und dann als Aufsichtsratschef geprägt. 2015 zog sich der gebürtige Österreicher von allen Ämtern in dem Riesenkonzern zurück und verkaufte seine Anteile weitgehend - nachdem er zuvor einen Machtkampf mit dem damaligen VW-Chef Martin Winterkorn verloren hatte.

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