Grobe Fahrlässigkeit

Nach Schnorcheldrama droht Tauchschule jetzt Klage

Am Tag nach dem traumatischen Unglück bei einer Schnorcheltour im Schwallbereich des Traunfallkraftwerks in Roitham erhebt nun der Sohn jener Mühlviertlerin (68), die drei Minuten lang unter Wasser eingeklemmt war, schwere Vorwürfe gegen den Veranstalter: Er will den Betreiber der Tauchschule klagen.

Wenn Horst Dauerböck von der Schnorcheltour unterhalb des Traunfallkraftwerks berichtet, stockt ihm der Atem. „Mutters Leben stand auf Messers Schneide, es war extrem viel Glück dabei, dass sie überlebt hat. Dass man uns dort hineingeführt hat, war fahrlässig und lebensgefährlich – ich werde den Veranstalter klagen“, sagt der sportliche Heeresmitarbeiter aus Linz.

Abschnitt mit Stromschnellen
Der 40-Jährige hatte seiner Mutter (68) die Tour zum Geburtstag geschenkt. In einer sechsköpfigen Gruppe waren sie mit dem Guide (47) einer Roithamer Tauchschule unterwegs. In einem Abschnitt mit Stromschnellen sollten sie sich im 3-Meter-Abstand durch eine Engstelle in ein natürliches Auffangbecken schwemmen lassen. „Mutter ist als fünfte runter, ich war der letzte. Die Fließgeschwindigkeit war plötzlich enorm, selbst ich als Rettungsschwimmer hatte keine Manövriermöglichkeit und bin gegen Felsen geschleudert worden, wobei ich mir eine Rippe gebrochen, das Knie und den Oberschenkel verletzt habe“, so Dauerböck.

Drei Minuten unter Wasser
Vor den Gefahren warnt auch der Desselbrunner Tauchschulbesitzer Franz Pramendorfer. Unten angekommen, hörte Dauerböck, dass seine Mutter unter Wasser eingeklemmt sei. Der Guide war als erster dort, konnte sie nach drei Minuten befreien und mit dem Sohn heraushieven. „Mutter hatte die Luft angehalten und bis 50 gezählt, dann aber das Bewusstsein verloren.“ Dem Sohn gelang es sie zu reanimieren. Dauerböck: „Sie ist geschockt, aber am Weg der Besserung.“

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Jürgen Pachner
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Freitag, 14. August 2020
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