09.08.2019 13:28 |

Versuchter Mord:

Nach Messerattacke steht 44-Jähriger vor Gericht

Im Zuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung im Februar soll ein Türke zwei tschetschenische Kontrahenten mit einem Messer attackiert und sie verletzt haben haben. Bisher sprach der 44-Jährige bei mehreren Verhandlungsterminen jedoch von Notwehr. Zu Mittag zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück, ein Urteil wird für den Nachmittag erwartet.

Ereignet hat sich besagter Vorfall im Februar auf einem Geschäftsparkplatz: Der beschuldigte 44-Jährige stieß nach einer Rauferei mehrerer Beteiligter - darunter sein Sohn - mit einem Messer einem Tschetschenen in die Brust und einem anderen in die Bauchflanke. Ganz eindeutig geklärt ist der Tathergang bis jetzt noch nicht, die Schilderungen der Beteiligten gehen auseinander.

Ein Gutachter beschrieb die Verletzungen der Opfer als „gefährlich“, denn Stiche mit dem acht Zentimeter langen Messer können „durchaus tödlich sein“. Einer der beiden Tschetschenen hatte eine zehn Zentimeter tiefe Stichwunde knapp oberhalb des Hüftknochens erlitten. Eine Einblutung war die Folge, lebenswichtige Organe wurden aber nicht verletzt. „Das Messer hätte aber die Niere treffen können, es hätte zu einer heftigen Blutung und zum Verbluten kommen können. Auch eine Darmöffnung hätte passieren können“, schilderte der Sachverständige. Daher wurde dieser Stich von der Staatsanwaltschaft Graz als versuchter Mord angeklagt.

Das andere Opfer erlitt eine etwa sechs Zentimeter tiefe Stich-Schnittverletzung an der linken Brustkorbseite. „Dabei kam es zu keiner Brustkorböffnung, doch diese wäre bei nur geringfügig anders ausgeführter Messerbewegung möglich gewesen“, so der Sachverständige in seinen Ausführungen. Daher blieb der Staatsanwalt in seinem Schlussplödoyer auch bei seiner Anklage. Der Verteidiger zog in seinen Schlussworten die Angaben der Opfer und Zeugen in Zweifel. Die später Verletzten seien es gewesen, die zunächst auf den Sohn des Angeklagten losgegangen waren. Einer der Tschetschenen hatte bei dem „Tumult“ ebenfalls ein Messer dabei, was er erst spät eingestanden habe.

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