18.07.2019 19:30 |

Prozess in Graz

Schenkkreis: Polizist auf der Anklagebank

16 Angeklagte mussten sich 2018 wegen eines groß angelegten Pyramidenspiels im Bezirk Voitsberg verantworten. Der Oberste Gerichtshof ist aktuell damit beschäftigt. Seit gestern stehen drei weitere Männer vor Landesgericht. Auch sie sollen das Spiel verbreitet und mit leeren Versprechungen Geld verdient haben.

„Seit neun Jahren bin ich vom Polizeidienst suspendiert. Diese Zeit hat mich fast umgebracht“, beginnt ein ehemaliger Beamter (60) sichtlich angeschlagen seine Aussage. Er soll, genau wie die beiden anderen auf der Anklagebank – darunter auch ein ehemaliger verdeckter Ermittler –, das Pyramidenspiel beworben und den Geschädigten versprochen haben, dass sie das eingesetzte Geld jederzeit zurückbekämen. Und nicht nur das: Zahlte man etwa 10.000 Euro ein, wurde den Spielern ein Gewinn von 70.000 in Aussicht gestellt.

„Höchstes Risiko“
In Voitsberg hätte jeder vom Schenkkreis gesprochen. „Ein Spiel der höchsten Risikogruppe! Darauf habe ich immer hingewiesen“, behauptet der Erstangeklagte (64), ein ehemaliger Versicherungsmakler. Er spielte selber mit, bekam auch 80.000 ausgeschüttet. Den Vorwurf des Verbreitens des Spiels und des Betrugs weist er zurück.

„Haben nichts Unrechtes getan“
„Mitgemacht haben die Leute aus reiner Naivität, nicht, um kriminelle Energien auszuleben“, sagt der ehemalige Ermittler (60). Auch er selbst habe nie Unrechtes getan, beteuert er. Alle drei Angeklagten sind sich einig, dass keinem Teilnehmer ein Schaden entstanden sei. Bevor dieser Fall eintreten hätte können, seien die Geldbeträge zurückgezahlt worden, ein Betrug somit auszuschließen.

Fortsetzung folgt – am 12. August.

Monika Krisper
Monika Krisper
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