11.07.2019 06:00 |

8,5 Millionen Euro

Schnelles Internet: Ein „weißer Fleck“ kommt weg

Das Video „stockt“ alle paar Sekunden, das Mail mit dem großen Anhang ist ein Problem, und so manche Webseite öffnet sich im Schneckentempo: In vielen steirischen Gemeinden ist schnelles Internet einfach nicht verfügbar. Das soll sich ändern: Das Land investiert Millionen, als Erstes profitiert St. Nikolai im Sausal.

„Wir waren bis jetzt ein weißer Fleck auf der Landkarte“, sagt der St. Nikolaier ÖVP-Bürgermeister Gerhard Hartinger. Breitband-Internet ist nicht verfügbar. „Das ist unangenehm für Betriebe, aber auch für Private. Beim Ansiedeln wird oft die Frage nach schnellem Internet gestellt.“

Steiermark springt ein
Schon bald kann Hartinger die Frage mit „Ja“ beantworten. Weil sich die Errichtung eines Glasfasernetzes in so mancher ländlicher Region nicht rentiert, lassen die großen Telekommunikationsfirmen die Finger davon. Die noch junge steirische Landesgesellschaft Sbidi soll da einspringen.

8,5 Millionen Euro fließen nach St. Nikolai (auch der Bund und die Gemeinde selbst zahlen mit). Bis Mitte 2020 werden 100 Kilometer Leerrohre verlegt - übrigens mit der preisgekrönten steirischen Fräsen-Innovation „Layjet“ - und mehr als 90 Verteiler errichtet.

Überzeugungsarbeit notwendig
Zumindest 40 Prozent der Haushalte mussten einen Vorvertrag für einen Breitbandanschluss unterzeichnen. Die Kommune veranstaltete sogar einen eigenen Infotag. Hartinger: „Bei den Jungen mussten wir keine Überzeugungsarbeit leisten, bei einigen Älteren hingegen schon die Wichtigkeit verdeutlichen. In Zukunft werden aber alle froh sein. Das ist ein Riesenschritt für unsere Gemeinde.“

„Ultraschnelles Internet in der gesamten Steiermark ist ein Gebot der Stunde“, sagt Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer beim Ausbaustart am Donnerstag. „Wir müssen sicherstellen, dass auch der ländliche Raum mit schnellem Internet versorgt ist, damit sich unsere Regionen im Zeitalter der Digitalisierung positiv entwickeln können und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das funktioniert nur, wenn sich die öffentliche Hand stärker als bisher engagiert“, ergänzt die für den Breitbandausbau zuständige Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

Zwei weitere Gemeinden in den Startlöchern
Die nächsten beiden Kommunen, die ans Glasfaser-Netz angeschlossen werden, stehen bereits fest: St. Stefan ob Stainz (Investitionsvolumen 8,5 Millionen Euro) und St. Martin im Sulmtal (4,2 Millionen Euro). Die Ausbauarbeiten starten in den kommenden Wochen.

Jakob Traby
Jakob Traby
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