Es fährt und fährt...

TU-Auto setzt neue Maßstäbe: Ein Liter auf 1.000 Kilometer

Steiermark
11.04.2010 17:29
Mit nur einem Liter Superbenzin tausend Kilometer weit fahren – klingt unmöglich, ist es aber nicht! Das wollen Studenten der Technischen Universität Graz beim "Shell Eco-Marathon" in der Lausitz beweisen. In mühevoller, monatelanger Arbeit haben sie ein Auto gebaut (im Bild Pilotin Sarah Dober vor der ersten Ausfahrt mit dem Chassis), das fährt und fährt und...

In der kleinen Werkstatt der TU-Spritsparer herrscht hektische Betriebsamkeit. Fieberhaft verpasst das 24 Mann und eine Frau starke Team dem "Fennek" (das Motor-Dreirad ist nach einem Wüstenfuchs benannt, der besonders wenig Wasser braucht) den letzten Schliff. Die Zeit drängt. Schon in zehn Tagen soll der Eco-Bolide beim Rollout in der alten Technik offiziell vorgestellt werden.

7.500 Arbeitsstunden investiert
Nur zwei Wochen später geht es dann weiter in Richtung Deutschland, wo das Team auf dem Lausitz-Ring am "Shell Eco-Marathon" teilnehmen wird. 7.500 Arbeitsstunden stecken in dem futuristisch anmutenden Gefährt, das der Konkurrenz das Fürchten lehren soll. "Wir gehen an die Grenzen des Machbaren", sagt Teamchef Fabian Köhler.

Und in der Tat, der "Fennek" ist Hightech pur: Angetrieben wird der Einsitzer von einem Elektromotor, der von einer Brennstoffzelle mit Strom versorgt wird. Die Außenform – die Aerodynamik beruht auf NASA-Know-How – wurde im Windkanal am TU-Institut für Strömungslehre und Wärmeübertragung entwickelt. "Die größte Herausforderung war, das Computermodell 1:1 auf den Asphalt zu bringen. Da hatten wir zu kämpfen!", so Köhler.

Ziel: bester Newcomer
Die Ziele für das Sprit-spar-Rennen sind ambitioniert: Heuer, beim ersten Antreten, will man bester Newcomer werden; spätestens in drei Jahren endgültig in der Weltspitze angekommen sein – da heißt es Vollgas geben. Oder nicht?!

Daten und Fakten

  • Grundgedanke des "Shell Eco-Marathons" (der erste fand 1985 statt) ist es, ein hocheffizientes Fahrzeug zu bauen. 
  • Jedes Jahr nehmen mehr als 3.000 junge Menschen aus 20 Ländern am größten europäischen Wettbewerb für nachhaltige Mobilität teil. 
  • Beim Eco-Marathon, der heuer von 6. bis 7. Mai stattfinden wird, werden nur 25 Kilometer in maximal 51 Minuten gefahren. Daraus ergibt sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. 
  • Um die verschiedenen Kraftstoffe miteinander vergleichen zu können, wird der jeweilige Verbrauch auf einen Liter Superbenzin umgerechnet.

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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