06.06.2019 11:59 |

Ombudsfrau alarmiert

Miese Tierquälereien sorgen für Entsetzen

Kein gutes Jahr für so manche in der Steiermark gehaltenen Tiere verzeichnet die steirische Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck im Berichtzeitraum 2018. Sowohl im Nutztier- wie auch im Heimtierbereich sei es zu einer hohen Anzahl von schweren Fällen von Tierquälerei gekommen. Die Ombudsstelle ging 347 Anzeigen nach, wovon 227 tatsächlich Tierschutzübertretungen waren

Verendete Schafe und hochgradig vernachlässigte Lämmer und Ziegen in landwirtschaftlichen Betrieben, abgemagerte Rinder, die 40 Zentimeter hoch in Gülle stehen, isoliert gehaltene Schäferhunde im Keller, Hunde mit Kettenwürgehalsband ohne Stoppvorrichtung, Tierschutzübertretungen bei der Rotwildhaltung: „2018 gab es leider schlimme und zahlreiche Fälle von Tierquälerei“, berichtete die steirische Tierschutzombudsfrau am Donnerstag bei der Präsentation ihres Tätigkeitsberichts in Graz. Betroffen waren Heim-, Nutz- und Wildtiere.

Im Vorjahr wurden insgesamt 347 Anzeigen behandelt, bei rund zwei Dritteln (227) wurden tatsächliche tierschutzrechtliche Vergehen festgestellt. „Gegenüber dem Jahr 2010 bedeutet das ein Plus von 285,6 Prozent“, machte die Tierschutzexpertin aufmerksam. Sie erkläre sich die Zahl auch damit, dass das Bewusstsein für Tierschutz bei vielen Menschen geschärft worden sei.

Die größte Steigerung gab es in der Steiermark bei den Verwaltungsstrafverfahren, in denen die Übertretungen des Tierschutzgesetzes von den zuständigen Behörden geahndet werden: Mit 265 solcher Verfahren ist es zu einer mehr als fünffachen Steigerung im Vergleich zu 2010 gekommen.

Tierleid geht mit Menschenleid einher
Das Tierleid gehe oft einher mit Menschenleid, sagte Fiala-Köck: „Wir stellen eine wachsende Überforderung von Menschen, Vereinsamung, eine gewisse Gleichgültigkeit, aber auch eine zunehmende Verrohung fest“, so die Ombudsfrau.

Der Großteil der Tierschutz-Anzeigen entfalle auf den Raum Graz und Umgebung, bzw. südlich der Mur-Mürz-Furche. Dies hänge sowohl mit der großen Bevölkerungszahl als auch der höheren Anzahl an gehaltenen Tieren gegenüber der Obersteiermark zusammen. „Möglicherweise gibt es in urbanen Räumen einen anderen Zugang zu Tierschutzanliegen als in ländlichen Gebieten“, vermutete aber die Ombudsfrau auch.

Zivilcourage wichtig
Aufklärung und Zivilcourage sei ein wesentliches Mittel, damit Tierleid bereits im Vorfeld verhindert wird, betonte die Ombudsfrau. Die steirische Tierschutzombudsstelle, die auch Aufklärungsarbeit leistet, wurde 2005 eingerichtet und wird seit 2010 von Fiala-Köck geleitet.

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