05.06.2019 10:00 |

Neue Studie

Steirische Chefetagen bleiben weiter in Männerhand

Die Chefetagen der größten steirischen Unternehmen bleiben weitgehend eine Männerwelt. Wie eine aktuelle Studie zeigt, liegt der Frauenanteil gerade einmal bei elf Prozent - und ist somit in den vergangenen beiden Jahren nur minimal gestiegen. Etwas besser sieht es im öffentlichen Bereich aus. Doch der Weg zur Gleichstellung ist noch weit, wie bei der Präsentation am Dienstag betont wurde.

Die Hälfte der Regierungsmitglieder in Österreich sind nun Frauen. „Es kann in Zukunft keiner mehr sagen, es geht nicht.“ Dieser Satz von Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der Angelobung am Montag bringt Heide Cortolezis zum Strahlen: „Ich hoffe, dass das alle gehört haben.“

Sie leitet den Verein „Felin“, der sich seit 2013 dafür engagiert, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen. 2017 erhob eine Studie den Status quo in der Steiermark, nun folgt eine Neuauflage - und die Ergebnisse zeigen Verbesserungen nur in minimaler Dosierung.

„Kein Grund zum Jubeln“
„Es gibt eine Entwicklung nach oben bei den Aufsichtsräten (von 10 auf 13 Prozent, Anm.), gleichzeitig ist der Frauenanteil auf der Managementebene, also in Geschäftsführung und Vorstand, gesunken“, sieht Cortolezis „keinen Grund zum Jubeln“. Besonders bitter: Nicht weniger als 65 der 100 umsatzstärksten Unternehmen der Steiermark haben keine einzige Frau in der ersten Führungsebene. 16 Betriebe haben hier immerhin einen Frauenanteil, der höher als 25 Prozent ist.

Etwas besser ist der Anteil in der (allerdings schwer einzugrenzenden) zweiten Führungsebene: Hier stieg in den vergangenen beiden Jahren die Zahl der Frauen von 18 auf 23 Prozent.

Mehr Transparenz gefordert
Wie kann die Männerdominanz gebrochen werden? „Wir empfehlen unter anderem mehr Transparenz in Auswahlprozessen, mehr Förderungen für Frauen und gesetzliche Regelungen für die Managementebene“, sagt Lisa Horvath (Felin).

Schon etwas weiter ist der öffentliche Bereich: So liegt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Landesgesellschaften bei 34 Prozent (+7% seit 2017). „Das ist aber noch lange kein Grund, sich auszuruhen“, sagt Landesrätin Ursula Lackner.

Kann Graz die gute Frauenquote halten?
In den Gesellschaften der Stadt Graz beträgt der Anteil 40 Prozent. Ob das so bleibt, bezweifelt die grüne Stadträtin Judith Schwentner, hat doch die ÖVP-FPÖ-Regierung die verpflichtende Frauenquote auf eine freiwillige geändert. Ihr Kollege Günter Riegler (ÖVP) ist dennoch von der „positiven Entwicklung“ überzeugt.

Ein weiter Weg
Wie weit der Weg zur Gleichstellung ist, belegt das Arbeitsmarktservice: Erst nach 25 Jahren ist es gelungen, dass in Österreich 50% der Führungspositionen von Frauen besetzt sind (in der Steiermark hat man das noch nicht ganz geschafft). „Das verschafft uns auch Glaubwürdigkeit nach außen“, sagt die stellvertretende Landesgeschäftsführerin Christina Lind.

Neue Führungskultur muss her
Und AK-Vizepräsidentin Patricia Berger weist darauf hin, dass sich die Kultur, dass Führungskräfte jederzeit verfügbar sind, ändern muss. Denn Frauen machen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Arbeit (Kinderbetreuung, Pflege usw.).

Jakob Traby
Jakob Traby

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